Anker RR

Ramses
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Anker RR

Beitrag von Ramses »

Oh nein! Nicht schon wieder!!! biggrin

Keine 150 Meter von mir entfernt hat jemand eine Anker RR "ausgesetzt"!

Die Bilder zeigen den Fundzustand, den ganz, ganz groben Schmutz habe ich vor Ort entfernt
1943.jpg
Der Tisch war fast komplett vergammelt! Das macht es mir umso leichter, die Maschine zu "retten"!

Vom Zustand her ist sie einerseits außergewöhnlich gut erhalten, das Ziermuster der Grundplatte ist beispielsweise komplett erhalten. Sehr viel wurde sicher mit dieser Maschine nicht genäht.
Die Verchromung des Handrades macht mir da schon etwas mehr Sorgen. Das "RR" blättert etwas ab. Ich nehme an, da ist Schellack im Spiel, der ähnliche Eigenschaften wie Holz hat.
Er darf feucht, sogar nass werden, aber nicht dauerhaft nass bleiben, dann quillt er wohl auf und wird "instabil". Das ist hier anscheinend der Fall.
Ich hoffe, ich erlebe beim Reinigen keine bösen Überraschungen.

Mechanik ist SEHR schwergängig, lässt sich aber noch gerade so bewegen. Öl wird es schon richten!
1949.jpg
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Makatea
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Re: Anker RR

Beitrag von Makatea »

Nimm Petroleum/Lampenöl zum gängig machen, das kriecht schneller und tiefer, als reguläres Nähmaschinenöl.

Das wird so eine Aussteuer-Maschine sein, die wenig benäht wurde.

Umso schwergängiger ist sie, da die Lager noch nicht einmal andeutungsweise ausgenudelt sind und
allein das verharzte Öl und die engen Fertigungstoleranzen den Schwergang verursachen...

Ich kneif' Dir die Daumen, daß sie gerade noch zu retten ist.

Es fehlt eindeutig der Straftatbestand des Nähmaschinenfrevels im Strafgesetzbuch ;-)
Ramses
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Re: Anker RR

Beitrag von Ramses »

Makatea hat geschrieben: Sa 7. Mär 2026, 21:46 Nimm Petroleum/Lampenöl zum gängig machen, das kriecht schneller und tiefer, als reguläres Nähmaschinenöl.
Ich verwende da immer Motoröl + Wärme!
Motoröl löst Dreck gut auf, ist ja schließlich seine zweitwichtigste Aufgabe!

Außerdem bewegt sie sich ja, das ist damit schon die halbe Miete, die Köhler war komplett fest.
Bobo
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Re: Anker RR

Beitrag von Bobo »

Hattest Du schon eine Anker RR in Händen? Festsitzende Bedienknöpfe vom Transporteur mit der darunterliegenden Mechanik weichen am besten in Petroleum, wenn die Maschine liegt. Sonst bleibt da einfach zu wenig drin und dran. Zum Bewegen am Anfang die Knöpfe mit einem Lederstück unter dem Finger drücken und sobald es geht vorsichtig am Gestänge ziehen. Das macht sonst zuviel Au am Finger, ist echt übel. Wenn es dann aber mal frei ist, flutschten die Knöpfchen und machen total Spaß! Auf keinen Fall einem Kleinkind im entsprechenden Alter zeigen, sonst ist die Nähmaschine nebst Herd, Geschirrspüler und Stereoanlage auch nicht mehr sicher biggrin
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Ramses
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Re: Anker RR

Beitrag von Ramses »

Bobo hat geschrieben: Sa 7. Mär 2026, 22:30 Hattest Du schon eine Anker RR in Händen?
Ist da etwas speziell anders als bei Naumanns, Singer usw.?
Ich bin ja auch erst seit gut 17 Jahren mit Nähmaschinen zugange... wink
Makatea
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Re: Anker RR

Beitrag von Makatea »

Ramses hat geschrieben: Sa 7. Mär 2026, 22:14 Ich verwende da immer Motoröl + Wärme!
Motoröl löst Dreck gut auf, ist ja schließlich seine zweitwichtigste Aufgabe!

Außerdem bewegt sie sich ja, das ist damit schon die halbe Miete, die Köhler war komplett fest.
Es geht um die Viskosität.

Altes Motoröl mag billig sein, aber je kürzer die Kohlenstoff-Ketten sind, desto besser löst es verhärtetes Öl.

Dann nimm doch Aceton, mag die Reaktion sein, aber das verdunstet zu schnell.

Aber daß sie sich überhaupt bewegt, ist schonmal die halbe Miete...
Bobo
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Re: Anker RR

Beitrag von Bobo »

Ramses hat geschrieben: Sa 7. Mär 2026, 22:37
Bobo hat geschrieben: Sa 7. Mär 2026, 22:30 Hattest Du schon eine Anker RR in Händen?
Ist da etwas speziell anders als bei Naumanns, Singer usw.?
Ich bin ja auch erst seit gut 17 Jahren mit Nähmaschinen zugange... wink
Nö, nur die Bedienknöpfe von der Transporteurversenkung. Hat die sonst noch eine Maschine? Die sind aber klasse, wenn sie wieder funktionieren. Daß Dir da niemand was vormacht, ist eh klar biggrin
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Re: Anker RR

Beitrag von Ramses »

Makatea hat geschrieben: So 8. Mär 2026, 01:10 Es geht um die Viskosität.

Altes Motoröl mag billig sein, aber je kürzer die Kohlenstoff-Ketten sind, desto besser löst es verhärtetes Öl.

Dann nimm doch Aceton, mag die Reaktion sein, aber das verdunstet zu schnell.
Zunächst einmal habe ich nichts von Altöl geschrieben, sondern von Motoröl, wie man es in Baumärkten oder Tankstellen kaufen kann!

Als Schüler hatte ich einmal die Idee, Altöl zum Schmieren meiner Fahrradkette zu verwenden. Aber die Werkstatt, in welcher ich anfragte, redete mir das schnell wieder aus!
Und ja, je dünnflüssiger das Öl ist, desto bereitwilliger und schneller löst es Dinge, die es lösen kann.
Das Entscheidende aber bei Motoröl ist, daß es Additive enthält, welche seine Lösungsfähigkeiten erhöhen!

Mir würde es niemals einfallen, Nähmaschinenöl in meinen Fahrzeugmotor zu kippen, umgekehrt aber schon!
Auch wenn in alten Anleitungen der Veritassen genau davon dringend abgeraten wird - ausgerechnet!

Stünde bei mir Aceton zur Auswahl, dann würde ich anstelle dessen aber Brennspiritus verwenden, das Verharzungen bestens zu lösen vermag und die Probleme des Acetons nicht verursacht.
Bobo hat geschrieben: So 8. Mär 2026, 06:14 Nö, nur die Bedienknöpfe von der Transporteurversenkung. Hat die sonst noch eine Maschine? Die sind aber klasse, wenn sie wieder funktionieren. Daß Dir da niemand was vormacht, ist eh klar biggrin
Diese Mechanik ist gängig freut sich aber bestimmt über Öl und Spiritus.
1947.jpg
Transporteurversenkungen haben etliche Maschinen, die der Köhler finde ich recht fein gemacht.

Meine bestimmt 17 Jahre Erfahrung habe ich nicht erwähnt, um anzugeben, sondern weil ich bei manchen Antworten das Gefühl hatte, man ginge davon aus, daß ich noch nie zuvor eine Nähmaschine gesehen hätte, die Anker gefunden hätte und nun nicht mehr weiter weiß.

Ok, Anker hatte ich noch nicht.

Ich habe ein wenig recherchiert.

Ich frage mich allerdings, ob Anker seine Seriennummern wie Naumann auch über alle Modelle vergeben hat.
In einem anderen Forum fand ich die Angabe, daß die betreffende Maschine wohl aus dem Jahr 1952 wäre, mit einer Seriennummer 1,6 Mio. Eine solche hat auch diese Maschine.
Naumann liegt in diesem Zeitraum bei mehr als dem Doppelten. Meine Klasse 24 liegt bei fast 3,9 Mio.
Die RR gibt es anscheinend auch neuer in Grün, aber bereits als Sockelnähmaschine, diese ist noch eine waschechte Flachbett mit den üblichen Maßen, inkl. Abstand der Scharnieraufnahmen.

Es gab auch noch die R, welche auch eine Zentralspulen Nähmaschine ist, sie hat aber noch einen Kurvenfadenhebel.

Mir scheint nun doch, daß die Maschine samt Tisch im Freien stand, vielleicht aber wenigstens überdacht. Sonst wäre der Schmutz auf ihr nicht erklärbar.
1944.jpg
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Bobo
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Re: Anker RR

Beitrag von Bobo »

Nö, Du bist einer hier, der mit absoluter Erfahrung aufwarten kann und auf dessen Wissen gebaut werden kann.
Manchmal trage ich auch meinen Senf bei, wenn es jemandem helfen kann, der zukünftig mal Infos sucht.
Ich kenne halt die verschiedenen Versenkmechanismen mit Bedienhebel oder -drehknopf, während hier die beiden Knöpfe mit diesem darunterliegendem Kipphebel verbaut sind. Diese Ausführung unterscheidet sich halt doch von dem, was mir sonst so über den Weg kam und von dem was an den Maschinen verbaut ist, die ich von Dir kenne. Deshalb auch meine Frage, ob das Deine erste Anker RR ist. Das Problem mit dem schmerzhaften Finger hat bei mir noch kein anderer Mechanismus auszulösen vermocht. Solange die Baugruppe festsaß und dann anfing, sich mal schwergängig zu bewegen, waren die Knöpfe einfach klein und fies. Ist der rote und grüne Lacktupfer bei Deiner Maschine erhalten?
Seriennummer meiner RR ist x 1549952, falls Dir die Info was bringt. Weitere Unterlagen zur Maschine habe ich leider nicht.
Ich habe gerade festgestellt, daß ich vergessen habe, meine O-Ringe zu bestellen. Die habe ich mir u.a. für die RR ausgesucht, weil ich keine passenden Spulergummis gefunden habe. Hast Du da eine Quelle oder weichst Du auch auf Alternativen aus?
Lieber Gruß
Gundi
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Re: Anker RR

Beitrag von Ramses »

Bobo hat geschrieben: So 8. Mär 2026, 20:37 Manchmal trage ich auch meinen Senf bei, wenn es jemandem helfen kann, der zukünftig mal Infos sucht.
Ne, also ich bin prinzipiell offen für Tipps, v.a wenn sie auf Besonderheiten der jeweiligen Modelle beruhen.
Man lernt wirklich nie aus!

Nur weiß ich natürlich, welche Seite eines Schraubendrehers ich in die Hand nehmen muss.
Bobo hat geschrieben: So 8. Mär 2026, 20:37 Ich kenne halt die verschiedenen Versenkmechanismen mit Bedienhebel oder -drehknopf, während hier die beiden Knöpfe mit diesem darunterliegendem Kipphebel verbaut sind. Diese Ausführung unterscheidet sich halt doch von dem, was mir sonst so über den Weg kam und von dem was an den Maschinen verbaut ist, die ich von Dir kenne.
Akzeptiert! wink
Ja, ok! Das war mir gar nicht so sehr bewusst! Für mich halt eine Variation des Üblichen.
Bobo hat geschrieben: So 8. Mär 2026, 20:37 Deshalb auch meine Frage, ob das Deine erste Anker RR ist. Das Problem mit dem schmerzhaften Finger hat bei mir noch kein anderer Mechanismus auszulösen vermocht. Solange die Baugruppe festsaß und dann anfing, sich mal schwergängig zu bewegen, waren die Knöpfe einfach klein und fies. Ist der rote und grüne Lacktupfer bei Deiner Maschine erhalten?
Das System dürfte noch schwergängig sein, aber selbst jetzt breche ich mir nicht gerade die Finger, wenn ich das Ding auf und ab schalte. Die Tupfer sind vorhanden, noch gut erkennbar, vielleicht ein wenig ausgebleicht mit der Zeit.
Die Maschine dürfte über 70 Jahre alt sein.
Bobo hat geschrieben: So 8. Mär 2026, 20:37 Seriennummer meiner RR ist x 1549952, falls Dir die Info was bringt. Weitere Unterlagen zur Maschine habe ich leider nicht.
Meine - wie bereits gesagt - irgendwas über 1.6 Mio.
Bobo hat geschrieben: So 8. Mär 2026, 20:37 Ich habe gerade festgestellt, daß ich vergessen habe, meine O-Ringe zu bestellen. Die habe ich mir u.a. für die RR ausgesucht, weil ich keine passenden Spulergummis gefunden habe. Hast Du da eine Quelle oder weichst Du auch auf Alternativen aus?
Bei solchen Dingen gucke ich immer, das möglichst preisgünstig zu bekommen.
Habe gerade mal geschaut, da passen die Silikondinger drauf, die auch bei einer Naumann Kl. 9 oder auch 14 passen. Die habe ich wohl mal über eBay in China bestellt.
ID 20 mm, Stärke um die 6 mm, da macht ein Millimeter mehr auch nichts aus.
Vielleicht greift der verbaute aber auch noch, ist aber ziemlich verhärtet. Vielleicht sogar noch original. Ließ sich aber beschädigungslos abnehmen und wieder aufziehen.
Den Spuler zu überholen, wird sicher spaßig, da ist Rost durchaus ein Thema.

Morgen noch zu VW, Motorschraubenvorrat auffüllen.
Anscheinend die übliche M7 x 1,25.

Die RR ist m.E. die Zentralspulenmaschine von Anker mit Gelenkfadenhebel. Also das Pendant zur Pfaff 30 oder Naumann Kl. 14, wobei diese durch die Zeit lange nicht umbenannt wurde.
Ich erwarte keine Ausrutscher, weder nach oben, noch nach unten.
Es gibt aber sicher nervigere oder unpraktischere Maschinen!

Die Greifergehäusemechanik schaut etwas exotisch aus,
Momentan habe ich aber andere Dinge in der Queue, habe mir die RR bislang eigentlich gar nicht angeschaut.
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