Bernina KL 117 nur Ölen, oder auch Fetten?
Re: Bernina KL 117 nur Ölen, oder auch Fetten?
Zur Bernina kann ich absolut nichts beitragen.
Aber ich habe lange Zeit bei einer Pfaff Generalvertretung gearbeitet und dort mehrfach die älteren Kollegen in meiner Firma, den Werkstättenleiter von einer Pfaff-Werksniederlassung und einige Kollegen von Pfaff Kaiserslautern gefragt und immer gehört das die Kegelräder/Zahnräder gefettet gehören. In meiner Firma wurde immer Wickelfett empfohlen ... von Pfaff direkt Shell Retinax (ein unlegiertes Radlagerfett) welches es damals bei jeder Tankstelle zu kaufen gab.
Ich habe meiner Pfaff 138 vor einigen Monaten frisches Fett spendiert ... und der Unterschied vorher nachher ist nicht zu überhören. Ich habe mich richtig dafür geschämt dass ich meine arme Maschine vorher so lange vernachlässigt habe. Wenn man das Fett wie vorgesehen regelmässig erneuert lässt es sich auch sehr einfach entfernen. Bei der 138er Gehäuse runter ... altes Fett mit Putzlappen abwischen und neu einfetten. Bei Dauerbetrieb macht man das 1-2x Jährlich ... ich bei meiner Privatmaschine alle paar Jahre einmal. Eingetrocknetes Fett wird mit Petroleum/Lampenöl entfernt.
Auch bei Dürkopp und Adler hiess es im Werk, bei den Vertretungen und bei den Schulungen immer das Zahnräder gefettet gehören.
Bei vielen Maschinen kann man entsprechendes auch in den Reparaturanleitungen nachlesen und bei neuen Maschinen wird üblicherweise eine Dose/Tube/Kartusche passendes Fett mitgeliefert.
Die einzigen Ausnahmen die ich kenne sind Getriebe im Ölbad. Bei den deutschen Herstellern sind die üblicherweise geschlossen und brauchen wenig Wartung.
Bei den asiatischen Maschinen ist das Problem mit den nicht dicht verschlossenen Ölbädern, dass sich Abrasive im Öl sammeln welche zu einem recht raschen Verschleiss der Lager und Dichtflächen führen. Wenn man bei einer Pfaff über die erste Überholung nachdenkt, wird eine Juki (und ähnliche) schon durch eine neue ersetzt weil sie so stark Öl verliert dass sie für das Nähen von Bekleidung unbrauchbar und eine Reparatur wirtschaftlich nicht mehr sinnvoll ist.
Bei Industriebetrieben ist die Lebensdauer einer Pfaff meistens über 15 Jahre (manchmal auch viel länger) ... die einer Juki maximal 7 Jahre. Dafür ist die Juki aber auch um einiges billiger. Bei vielen technischen Textilien (z.B. Gurte etc.) ist ein Öltropfen natürlich nicht so schlimm wie auf einem Maßanzug oder Abendkleid.
Herzliche Grüsse vom Sputnik
Aber ich habe lange Zeit bei einer Pfaff Generalvertretung gearbeitet und dort mehrfach die älteren Kollegen in meiner Firma, den Werkstättenleiter von einer Pfaff-Werksniederlassung und einige Kollegen von Pfaff Kaiserslautern gefragt und immer gehört das die Kegelräder/Zahnräder gefettet gehören. In meiner Firma wurde immer Wickelfett empfohlen ... von Pfaff direkt Shell Retinax (ein unlegiertes Radlagerfett) welches es damals bei jeder Tankstelle zu kaufen gab.
Ich habe meiner Pfaff 138 vor einigen Monaten frisches Fett spendiert ... und der Unterschied vorher nachher ist nicht zu überhören. Ich habe mich richtig dafür geschämt dass ich meine arme Maschine vorher so lange vernachlässigt habe. Wenn man das Fett wie vorgesehen regelmässig erneuert lässt es sich auch sehr einfach entfernen. Bei der 138er Gehäuse runter ... altes Fett mit Putzlappen abwischen und neu einfetten. Bei Dauerbetrieb macht man das 1-2x Jährlich ... ich bei meiner Privatmaschine alle paar Jahre einmal. Eingetrocknetes Fett wird mit Petroleum/Lampenöl entfernt.
Auch bei Dürkopp und Adler hiess es im Werk, bei den Vertretungen und bei den Schulungen immer das Zahnräder gefettet gehören.
Bei vielen Maschinen kann man entsprechendes auch in den Reparaturanleitungen nachlesen und bei neuen Maschinen wird üblicherweise eine Dose/Tube/Kartusche passendes Fett mitgeliefert.
Die einzigen Ausnahmen die ich kenne sind Getriebe im Ölbad. Bei den deutschen Herstellern sind die üblicherweise geschlossen und brauchen wenig Wartung.
Bei den asiatischen Maschinen ist das Problem mit den nicht dicht verschlossenen Ölbädern, dass sich Abrasive im Öl sammeln welche zu einem recht raschen Verschleiss der Lager und Dichtflächen führen. Wenn man bei einer Pfaff über die erste Überholung nachdenkt, wird eine Juki (und ähnliche) schon durch eine neue ersetzt weil sie so stark Öl verliert dass sie für das Nähen von Bekleidung unbrauchbar und eine Reparatur wirtschaftlich nicht mehr sinnvoll ist.
Bei Industriebetrieben ist die Lebensdauer einer Pfaff meistens über 15 Jahre (manchmal auch viel länger) ... die einer Juki maximal 7 Jahre. Dafür ist die Juki aber auch um einiges billiger. Bei vielen technischen Textilien (z.B. Gurte etc.) ist ein Öltropfen natürlich nicht so schlimm wie auf einem Maßanzug oder Abendkleid.
Herzliche Grüsse vom Sputnik
- ravemachine
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- Registriert: Do 14. Dez 2023, 16:39
Re: Bernina KL 117 nur Ölen, oder auch Fetten?
Danke für die interessante und sehr erhellende Antwort. 
Viele Grüße
Paul
Paul