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Re: Kann eine Schere glücklich machen?
Verfasst: Do 14. Mai 2026, 10:24
von bkatrin1
Sehr schöne Schere. ich hab auch ein Erbstück und bin sehr zufrieden damit. Die neuere rote hingegen beginnt beim Schneiden von feinen Futterstoffen oder auch Fleece zu klemmen. Kennt ihr das auch? Irgendwelche mikrofeinen Ablagerungen vom Stoff? Weiss da jemand einen Trick damit das nicht passiert?
Re: Kann eine Schere glücklich machen?
Verfasst: Do 14. Mai 2026, 10:54
von Makatea
Entweder sie ist stumpf, dann auseinanderschrauben und schleifen, oder sie ist nicht richtig justiert.
Die Schneiden dürfen nicht genau parallel laufen, am Besten schaust Du Dir mal den YT-Beitrag aus Sheffield an, da ist der komplette Herstellungsprozess detailliert dokumentiert.
Re: Kann eine Schere glücklich machen?
Verfasst: Do 14. Mai 2026, 11:21
von bkatrin1
Beides nicht - aber ich hab nochmals die Schneiden genau angeschaut: Die Rote ist nicht so glatt poliert wie die alte Schwarze. Ev ist das der Grund? Ich lass sie gelegentlich mal polieren…..
Re: Kann eine Schere glücklich machen?
Verfasst: Do 14. Mai 2026, 11:34
von bkatrin1
Die Scheren aus Sheffield sind toll

Re: Kann eine Schere glücklich machen?
Verfasst: Do 2. Jul 2026, 21:42
von Jonas2404
ich habe vor kurzem eine alteingesessene
Scherenschleiferei mit
Geschichte per Zufall entdeckt.
Habe heute den "Familienschatz" aus der Schleiferei abgeholt und dabei gelernt das alte Scheren aus Kohlenstoffstahl (rechts im Bild) die bessere Wahl sind.
Kohlenstoffstahl lässt sich deutlich feiner und spitzer ausschleifen als herkömmlicher Edelstahl. Das Material ist extrem hart und verschleißfest. Die Schneide nutzt sich bei sachgemäßem Gebrauch langsamer ab und bleibt wesentlich länger scharf. Da der Chromanteil fehlt, der Stahl "rostfrei" machen würde, kann bereits durch feuchte Hände oder nasse Stoffe kann schnell Flugrost entstehen. Daher sollten sie nach der Benutzung immer trocken abgewischt und gelegentlich mit einem säurefreien Öl (z. B. Nähmaschinenöl) dünn eingefettet werden. Für Textilscheren ist ein regelmäßiges Nachschleifen wichtig.
Die älteste ist die Knopflochschere (rechts außen, von ca. 1900-1930, also entweder von meiner Uroma oder Oma). Ein rostiges Fundstück aus Omas Nähkasten ist jetzt wieder scharf und leichtgängig.
Die nächsten drei sind von unterschiedlichen Herstellern aus Solingen (u.a. Robert Klaas, Henkels Zwillingswerk) und könnten von 1930-1950 sein, also entweder von meiner Oma oder meiner Mutter.
Die große Schneiderschere in der Mitte habe ich für einen ganz schmalen Taler vom Trödler und ist von Felix Solingen zwischen 1930 bis 1950 hergestellt worden.
Die nächsten drei sind von meiner Mutter und wurden in den 1960igern in Trusetal produziert.
Links außen liegt Friseurschere aus den 90igern.
Re: Kann eine Schere glücklich machen?
Verfasst: Do 2. Jul 2026, 22:35
von Kerstin
Toll Jonas!
Wir haben einen Haufen Scheren zu liegen, von denen wir nicht so recht wissen, ob die es wert sind, geschliffen zu werden. Da sollte schon online eine Schleiferei herhalten und die Scheren wären vielleicht dorthin verschickt worden…. mit einigem Unbehagen… geb ich zu…
So hast Du uns eine Adresse geliefert und unser Sack Scheren wandert mit uns am Samstag dorthin, juchuh!
Danke Jonas!
Re: Kann eine Schere glücklich machen?
Verfasst: Sa 4. Jul 2026, 20:30
von Ramses
Jonas2404 hat geschrieben: ↑Do 2. Jul 2026, 21:42
Habe heute den "Familienschatz" aus der Schleiferei abgeholt und dabei gelernt das alte Scheren aus Kohlenstoffstahl (rechts im Bild) die bessere Wahl sind.
Kohlenstoffstahl lässt sich deutlich feiner und spitzer ausschleifen als herkömmlicher Edelstahl. Das Material ist extrem hart und verschleißfest. Die Schneide nutzt sich bei sachgemäßem Gebrauch langsamer ab und bleibt wesentlich länger scharf. Da der Chromanteil fehlt, der Stahl "rostfrei" machen würde, kann bereits durch feuchte Hände oder nasse Stoffe kann schnell Flugrost entstehen. Daher sollten sie nach der Benutzung immer trocken abgewischt und gelegentlich mit einem säurefreien Öl (z. B. Nähmaschinenöl) dünn eingefettet werden.
Was Du schreibst, gilt so ziemlich für alle Schneiden, auch für Rasiermesser, obwohl das Zwillingwerk mit seinen Friodur Messern gute Leistung gebracht hat.
Habe mal eines für 20 € auf dem Flohmarkt erstanden, hätte ich das nur behalten!
Ich habe mich mal mit meiner Friseuse über das Thema unterhalten, in diesem Beruf sind Scheren wohl ein Heiligtum, für das erstaunlich viel Geld ausgegeben wird - erstaunlich, weil dieser Beruf nicht gerade mit Vielverdienern gesegnet ist.
Ich habe mal vor vielen Jahren eine Friseurschere im Sperrmüll gefunden. Rostig, aber brauchbar. Den Rost konnte ich entfernen, jetzt hat sie nur noch "Patina".
Damals waren Scheren in unserem Haushalt noch Mangelware, so daß ich sie für meine Zwecke eingesetzt habe. Heute wäre sie mir für "dies und das" zu schade.
Achja, ist eine Omega! Auch nicht gerade Noname!
Re: Kann eine Schere glücklich machen?
Verfasst: Sa 4. Jul 2026, 21:00
von Kerstin
Liebe Alle!
Heute haben wir „Jonas’s“ Scherenschleifer (richtig heißt es Instrumentenschleifer-Meister) besucht und all unsere schlecht schneidenden Scheren übergeben. Selbst die, von denen wir gedacht hatten, sie seien es nicht wert, geschliffen zu werden.
Da meinte aber der Meister die seien nur alt und doch wert, erhalten zu bleiben. Also blieben alle außer einer kleinen Bastelschere für Scherenschnitte dort.
So, und da ich nun keine Schere zum Schneiden von Stoffen habe…
… musste eine neue her …
Die habe ich jetzt, ein richtiger Seelenschmeichler! Wenn man das von einer Schere überhaupt sagen kann, schließlich macht so eine Schere ja alles irgendwie kaputt. Aber wirklich, die Schere ist eher eine der Kleinen, liegt wunderbar in meiner Hand und ist alles in Allem sehr gefällig und einfach schön! Und schneiden tut die! Vom Anfang bis Ende Spitze! Super soft und kann ganz feine Schnürchen ohne den Stoff einzuklemmen!
Und hier ist das gute Stück von Zwilling:
IMG_5612.jpeg
Re: Kann eine Schere glücklich machen?
Verfasst: So 5. Jul 2026, 07:41
von Jonas2404
Der Kauf war kein Fehler.
Mein Handschmeichler ist ein bisschen älter und gern genutzt und nach der Scherenwellness wieder richtig schön.
Re: Kann eine Schere glücklich machen?
Verfasst: So 19. Jul 2026, 20:18
von Kerstin
Wir haben unsere Scheren wieder!
13 Scheren haben wir abgeben wollen, 12 hat der Meister der Schleifkunst zum Schleifen behalten, davon 2 unter Vorbehalt. Eine kleine Bastelschere aus meiner Riege war zu poplig, die nahmen wir wieder mit nach Hause.
Letzte Woche war es dann soweit, unsere Scheren wollten aus dem Klingen-Paradies wieder abholen werden!
Und, was soll ich sagen?
ES IST EIN TRAUM! Jede einzelne Schere schneidet schnipp und schnapp durch dick und dünn als wär es nix!
Selbst die schmalsten Streifen in Millimeter-Breite sind kein Problem! Klar, sollte man die feinste und kleinste Schere nicht für fettes Schweinsleder nehmen und die Großen lieben eben eher dickes schweres Material wie Polster- und/oder Vorhangstoffe.
Selbst die 2 unter Vorbehalt angenommen Scheren sind geschliffen, poliert, geölt und schneiden wie all die anderen vom Anfang bis in die Spitze und machen dabei so ein Geräusch, dass es eine wahre Freude ist! Krrrrrrrrrrrrrscht!
Fazit: Schere macht glücklich!