Antike Nähmaschine - "Hot oder Schrott"

Historische Nähmaschinen vergangener Zeiten ohne eigenes Unterforum.
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ravemachine
Beiträge: 1986
Registriert: Do 14. Dez 2023, 16:39

Re: Antike Nähmaschine - "Hot oder Schrott"

Beitrag von ravemachine »

Danke für den Praxis-Tip. sd11
Viele Grüße
Paul
rubberduck
Beiträge: 313
Registriert: Do 27. Jun 2024, 15:28

Re: Antike Nähmaschine - "Hot oder Schrott"

Beitrag von rubberduck »

Hallo,


auch habe ich sie ein wenig "aufgehüpscht" durch Auftupfen von schwarzer Grundierfarbe auf den Roststellen.

Neben den euch bekannten Nähproben habe ich einige Meter sinnfreier Nähte getätigt und dabei haben sich meine ersten "Austupfungen" auf der "Grundplatte" schon ein wenig "abgenutzt". Aber darunter erschien dann kein Rost sondern ohne Rost behaftetes Metall.

Ich finde das sehr charmant und denke auch, daß ich mit dem "Auftupfen" schwarzer Grundierfarbe keine originale Patina zerstört habe.

Desweiteren habe ich - so denke ich - paar schöne Bilder der jetzt fertig gestellten Nähmaschine gemacht.

Aber entscheidet selber:
IMG_0265.jpg
IMG_0266.jpg
IMG_0267.jpg
IMG_0268.jpg
IMG_0269.jpg
IMG_0270.jpg
IMG_0272.jpg
IMG_0273.jpg
IMG_0274.jpg


Und ich bin für jederart an Informationen immer sehr dankbar!



Grüsse.
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rubberduck
Beiträge: 313
Registriert: Do 27. Jun 2024, 15:28

Re: Antike Nähmaschine - "Hot oder Schrott"

Beitrag von rubberduck »

ravemachine hat geschrieben: Di 4. Aug 2026, 20:01
rubberduck hat geschrieben: Mo 3. Aug 2026, 23:15
Mit der Annahme, daß die Zeichnung einfach nur schlecht ist, hat Singer nie eine Nähmaschine mit tiefsitzendem Handrad gebaut !!!???


Aber warum wurden diese Nähmaschinen mit unten angebrachtem Handrad überhaupt gebaut!?

Dessen Einbindung in einen mit Fußbetrieb befindlichen Nähtisch ist mit gravierenden Änderungen Dessen nur möglich - eigentlich verbleibt sowas nur als "Handkurbelbetrieb".


Ich denke, daß es einfach nur um´s Geld und die Marge am verkauften Produkt geht mit dem "Lastenheft": Riemenantrieb möglich, was die Rille am Handrad darstellt.


Und tatsächlich ist dessen technischer Aufwand wesentlich geringer als auf der oberen Welle aufgestecktes Handrad, was dann mittels Handkurbel versehen wird.


Und viel genannter "gusseisener Sockel" ist nicht mehr als "Irgendwas", was aus "Irgendwas" mit möglichst wenig Materialaufwand gepresst wurde.



Tja, betrachtet man es recht ehrlich, so ist meine Nähmaschine ein Beispiel dafür, wie man damals "Geld verdient hat" - bescheißen!



Grüsse.



Um die die kopierten Nähmaschinen richtig einordnen zu können müssen wir die damalige Zeit verstehen. Mit Beginn der Industrialisierung, um 1850-1870 gab es überwiegend nur relativ kleine Manufakturen und das Markenrecht war noch nicht erfunden. Es war in dieser Zeit durchaus üblich, dass ein Fabrikant anderen Herstellern beim Nachbau der eigenen Produkte behilflich war. Er war stolz auf das einene Produkt und es gab genügend Nachfrage, die man selbst nicht komplett befriedigen konnte.
Das änderte sich in der zweiten Phase der indutrialisierung ab ca. 1870. Nun gab es durch den massiven Einsatz der Dampfmaschine die Massenproduktion, wie wir sie heute kennen. Der damit einhergehende Konkurenzdruck der Firmen ließ zunächst in Amerika das Branding und dann auch auf dem alten Kontinent, ab den 1880er Jahren, das Markenrecht aufkommen.

Im Fall Deiner Nähmaschine kann daher noch nicht von Produktpiraterie gesprochen werden. Du kannst sie also wieder lieb haben. smile

Das herabgesetzte Handrad, im Fall der Saxonia, ist dem Zahnradantrieb geschuldet, wie er zu Beginn des Nähmaschinenbaus durchaus üblich war.

Die erste Singer.Nähmaschine von 1851 ist dafür ein gutes Beispiel.


Singers_first_sewing_machine_patented_in_1851_1880.jpg


In der Regel wurden die Saxonias im Handbetrieb eingesetzt.

Durch die günstige Fertigung waren diese Nähmaschinen für den Export prädestiniert.

Der heimische Markt war schon etwas kaufkäftiger und anspruchsvoller.

Hallo Paul,


dann liege ich mit meinen Vermutungen garnicht so weit weg von der damaligen Realität, wie du sie beschreibst:
Günstig produzierbare Nähmaschinen, die für den hiesigen Markt eigentlich schon veraltet sind, aber sich schon bewährt haben, robust sind und einfach zu bedienen.
Damit verdient man Geld, wenn man sie exportiert in Länder, wo wahrscheinlich der Name "Nähmaschine" in dessen Sprache erst kreiert werden muß. biggrin biggrin biggrin
Naja - es bestimmt sowas dort nicht gab.
Heutzutage würde man es benennen mit: "einen neuen Markt erschließen".


Grüsse.


P.S.: Danke für deine umfangreichen Informationen!!!
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