Brother NV10 in Textilwerkstatt stark verschmutzt – sollte Maschinenpflege Teil der Ausbildung sein?

Pflege von Eisengestellen, Holztischen, Kunststoffbeschichtungen und Nähmaschinen.
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pinguin
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Brother NV10 in Textilwerkstatt stark verschmutzt – sollte Maschinenpflege Teil der Ausbildung sein?

Beitrag von pinguin »

N sd15, liebe Nähmaschinenfreunde

Ich arbeite seit etwa einem Monat in einer Textilwerkstatt mit mehreren Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Dort gibt es einen Grundkurs mit 18 Lektionen, in dem man die Grundlagen des Nähens, der Handarbeit sowie das Nähen und Reparieren von Bekleidung lernen soll.

In der Werkstatt stehen unter anderem mehrere Brother NV10 und auch Stickmaschinen. Da dort täglich mehrere Stunden genäht wird, habe ich irgendwann gefragt, ob die Nähmaschinen regelmäßig gereinigt und gepflegt werden und wer dafür zuständig ist.

Die Antwort war, dass das offenbar niemand regelmäßig macht und dass es den Benutzerinnen und Benutzern untersagt ist, die Maschinen selbst zu reinigen oder zu ölen.

Bei meiner Brother NV10 traten dann Probleme auf: Sie machte Schlingen am Unterfaden und nach wenigen Stichen blieb der Transporteur stehen. Daraufhin habe ich Spule und Greiferschale entfernt und war ehrlich gesagt überrascht, wie viel Schmutz, Flusen und Fadenreste sich dort angesammelt hatten.

Ich fragte die Vertretung um Erlaubnis, die Maschine reinigen zu dürfen. Die Reinigung wurde mir erlaubt, allerdings mit der klaren Anweisung: kein Öl.

Mir wurde erklärt, dass sich früher wohl jemand um die Wartung gekümmert hat. Nachdem diese Person nicht mehr da war, habe es anscheinend jemand mit dem Öl übertrieben. Seitdem werden die Maschinen offenbar nur noch alle paar Jahre überprüft.

Ich habe mich vor der Reinigung nicht einfach blind an die Maschine gesetzt, sondern vorher die Bedienungsanleitung der Brother NV10 und ein passendes Video zur Reinigung/Pflege angeschaut. Besonders beim Thema Ölen wollte ich vorsichtig sein, weil ich weiß, dass man damit auch Schaden anrichten kann, wenn man es falsch macht.

Deshalb würde mich besonders interessieren, wie erfahrene Nutzerinnen und Nutzer hier die Pflege bei der Brother NV10 handhaben: Reinigung regelmäßig, aber Öl nur sehr gezielt bzw. nach Anleitung?

Ich habe meine Brother NV10 dann gründlich von Flusen, Fadenresten und Schmutz befreit und sie vorsichtig an den Stellen gepflegt, die meiner Erfahrung nach sinnvoll sind. Seitdem läuft sie deutlich ruhiger, leiser und näht wieder sauber. Sie schnurrt jetzt wieder wie ein Kätzchen.

Als andere Teilnehmerinnen das Ergebnis gesehen haben, fragten sie direkt, ob ich ihre Maschinen auch reinigen bzw. warten könnte. Ich habe ihnen gesagt, dass ich das nicht einfach eigenmächtig machen möchte. Die Vertretung meinte ebenfalls, sie wolle der Gruppenleiterin vorschlagen, dass ich mich eventuell um die Reinigung kümmern oder den anderen die Grundpflege zeigen könnte.

Bisher ist daraus aber nichts geworden.

Ich selbst möchte das Thema nicht aktiv bei der Gruppenleiterin ansprechen, weil ich nicht den Eindruck erwecken möchte, mich aufzudrängen oder Regeln zu umgehen. Außerdem scheint das Thema für viele erst dann wichtig zu werden, wenn die Maschine bereits Probleme macht. Solange sie irgendwie näht, wird die Pflege offenbar eher als Nebensache gesehen.

Gerade das finde ich schade, weil regelmäßige Reinigung meiner Meinung nach keine Sonderreparatur ist, sondern eigentlich zur normalen Nutzung dazugehört. Besonders in einer Werkstatt, in der Maschinen täglich von mehreren Personen benutzt werden, wäre es doch sinnvoll, wenn zumindest die einfache Grundpflege klar geregelt wäre.

Ich finde, jeder, der regelmäßig an einer Nähmaschine arbeitet, sollte zumindest lernen, wie man den Spulenbereich und Greiferbereich reinigt, Flusen und Fadenreste entfernt, die Nadel regelmäßig wechselt und typische Fehlerquellen erkennt. Beim Ölen ist natürlich wichtig, dass man sich an die Anleitung hält und nicht einfach irgendwo Öl hingibt.

Mich würde interessieren, wie ihr das seht:

Sollte Maschinenpflege Teil eines Näh-Grundkurses sein?

Wie wird das bei euch in Werkstätten, Kursräumen oder bei gemeinsam genutzten Maschinen geregelt?

Findet ihr, dass jeder Nähmaschinennutzer zumindest die Grundreinigung lernen sollte?

Und wie seht ihr speziell das Thema Ölen bei modernen Maschinen wie der Brother NV10: lieber gar nicht, nur laut Anleitung oder gezielt an bestimmten Stellen?

Anbei die Bilder vorher und nachher.

Viele Grüße

01_brother NV 10 dreckig.jpg
02_brother NV 10 gereinigt und geölt.jpg
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inch
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Re: Brother NV10 in Textilwerkstatt stark verschmutzt – sollte Maschinenpflege Teil der Ausbildung sein?

Beitrag von inch »

Hallo pinguin,
gereinigt werden sollten die Maschinen allemal, sie laufen durch die Flusen und den Dreck nicht nur schwerer, sondern es treten durch den dadurch erfolgenden Abrieb auch frühzeitige Verschleißerscheinungen auf.
Besagte Textilwerkstatt hat da vermutlich ein technisches Verständnis-Problem.
Geölt werden sollte grundsätzlich nach Anleitung, was bei diesen Maschinen wohl allgemein heißt: eher nicht (Sinterlager).
Erst wenn es dann trotzdem "quietscht", sollte man ein Tröpfchen Öl in Erwägung ziehen.
Dem Greifer (obwohl "selbstschmierend") würde ich persönlich trotzdem einen Tropfen Öl gönnen.
Zumindest die Reinigung der Nähmaschinen sollte in der Textilwerkstatt, in ihrem eigenen Interesse, dringend organisiert und nach Plan absolviert werden.
Und ja, Maschinen-Pflege sollte unbedingt Teil eines Näh-Kurses sein, nicht nur zur Wert- und Funktionserhaltung, sondern auch um Verständnis für die Arbeitsweise der Nähmaschine zu wecken.
Eine kleine Fehlerkunde wäre ebenfalls sehr empfehlenswert, schon um zu vermeiden, das die Nähmaschine zu Hause, wenn sie rumzickt, entnervt in die Ecke geschoben wird.
Obwohl... du kannst uns immer gern weiterempfehlen, wir sind immer noch neugierig und helfen gern... smile
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pinguin
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Re: Brother NV10 in Textilwerkstatt stark verschmutzt – sollte Maschinenpflege Teil der Ausbildung sein?

Beitrag von pinguin »

Hi inch,
vielen Dank für deine ausführliche Antwort.

Ich sehe das genauso: Gereinigt werden sollten die Maschinen auf jeden Fall regelmäßig, gerade wenn sie täglich mehrere Stunden von verschiedenen Personen benutzt werden. Bei meiner Brother NV10 war der Unterschied vor und nach der Reinigung wirklich deutlich zu merken.

Zum Thema Öl: Ich habe nicht einfach auf gut Glück geölt, sondern mir vorher die Bedienungsanleitung und ein passendes Video zur Reinigung und Pflege der Brother NV10 angeschaut. Danach habe ich sehr sparsam gearbeitet und nach der Reinigung Greiferwelle, Greiferbahn und Nadelstange jeweils nur mit einem Tropfen Öl versorgt, so wie ich es den Vorgaben entnommen habe.

Mir geht es auch gar nicht darum, dass jeder Teilnehmer einfach irgendwo Öl an die Maschinen gibt. Genau das sollte natürlich vermieden werden. Aber die regelmäßige Grundreinigung, also Flusen, Fadenreste und Schmutz im Spulen- und Greiferbereich entfernen, sollte meiner Meinung nach unbedingt organisiert werden.

Was du mit „kleiner Fehlerkunde“ meinst, finde ich sehr sinnvoll: also typische Fehlerbilder erkennen, zum Beispiel Schlingenbildung, Fadenriss, ausgelassene Stiche, falsches Einfädeln, stumpfe oder falsche Nadel, verschmutzter Greiferbereich oder Transportprobleme. Nicht als Reparaturanleitung, sondern als Grundwissen, damit man einfache Ursachen erkennt und die Maschine nicht unnötig weiterquält.

In der Werkstatt scheint es wegen früherer schlechter Erfahrungen vor allem beim Thema Ölen gewisse Vorbehalte zu geben. Das kann ich grundsätzlich verstehen. Ich möchte mich dort auch nicht einmischen, aufdrängen oder Regeln umgehen. Deshalb werde ich das Thema nicht eigenmächtig weiter vorantreiben. Wenn die Gruppenleitung oder Vertretung es irgendwann aufgreift, wäre das natürlich schön.

Das Forum empfehle ich übrigens sehr gerne weiter, wo immer ich kann. Ich finde es sehr hilfreich, gerade weil hier viel Erfahrung zusammenkommt und man fachlich gute Einschätzungen bekommt.

Viele Grüße
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pinguin
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Re: Brother NV10 in Textilwerkstatt stark verschmutzt – sollte Maschinenpflege Teil der Ausbildung sein?

Beitrag von pinguin »

Noch ein Gedanke zu der erwähnten „kleinen Fehlerkunde“:

Die Idee finde ich wirklich gut. Ich verstehe darunter keine Reparaturanleitung, sondern eher eine einfache Übersicht für Nutzerinnen und Nutzer:

Fehlerbild – mögliche Ursache – was man gefahrlos selbst prüfen darf – und ab wann besser Leitung, Fachperson oder Mechaniker gefragt werden sollte.

Gerade für Kursräume, Textilwerkstätten oder gemeinsam genutzte Maschinen fände ich so etwas sehr sinnvoll. Viele Probleme entstehen ja schon durch falsches Einfädeln, stumpfe Nadeln, falsche Nadel-Stoff-Kombinationen, Fadenreste im Greiferbereich oder fehlende Reinigung.

Vielleicht könnte man daraus hier im Forum unter Maschinenpflege irgendwann eine kleine Tabelle machen, entweder als Beitrag oder später als PDF zum Herunterladen. Natürlich nicht als Ersatz für die Bedienungsanleitung und auch nicht als Freigabe zum wilden Ölen oder Schrauben, sondern als einfache Orientierung für Grundpflege und Fehlererkennung.
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pinguin
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Re: Brother NV10 in Textilwerkstatt stark verschmutzt – sollte Maschinenpflege Teil der Ausbildung sein?

Beitrag von pinguin »

Danke dir, Jonas.

Sehr gute und übersichtliche Zusammenstellung der Fehlerkunde und der möglichen Ursachen von Maschinenfehlfunktionen. Ich habe sie mir direkt mal gesichert.

Gerade der Unterschied zwischen „einfache Nutzerprüfung“ und „richtige Einstellung/Reparatur“ ist für mich wichtig. In der Textilwerkstatt darf man an den Maschinen eigentlich nichts verstellen, außer Nähprogramme zu wählen sowie Nadel, Garn und Spule zu wechseln. Alles, was darüber hinausgeht, muss an die Leiterin weitergegeben werden.

Ich kann das grundsätzlich auch verstehen. Vermutlich geht es darum zu verhindern, dass mehrere Personen ohne technisches Verständnis an den Maschinen herumstellen oder schrauben und am Ende keine Maschine mehr richtig näht. Gerade bei gemeinsam genutzten Maschinen ist das Risiko natürlich da.

Trotzdem fände ich eine einfache Fehlerkunde für Nutzer sinnvoll: nicht als Reparaturanleitung, sondern als Orientierung, um typische Probleme besser einordnen zu können. Also zum Beispiel: falsch eingefädelt, stumpfe Nadel, falsche Nadel-Garn-Stoff-Kombination, Fadenreste im Greiferbereich, versenkter Transporteur oder Stichlänge auf 0.

Alles, was über solche einfachen Prüfungen hinausgeht, sollte dann natürlich an die Leitung oder eine Fachperson weitergegeben werden.

Das Forum empfehle ich übrigens sehr gerne weiter, wo immer ich kann. Ich finde es sehr hilfreich, weil hier viel Erfahrung zusammenkommt und man gute fachliche Einschätzungen bekommt.
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