Plötzlich wusste ich nicht mehr genau, wie man Briefecken näht. Mein Lieblingsnähbuch aus dem Jahr 1978 verstand ich nicht mehr. Oder versteht Ihr die Anleitung? Ich musste KI zu Rate ziehen, dann war ich wieder auf dem Laufenden. Der Tisch ist (ausgezogen) 148 cm lang und 63 cm breit. Ich hatte genug Stoff, um mir in Längsrichtung ein wiederkehrendes Mittelmotiv auszusuchen: Die halbe Apfelsine. Aber, oh Schreck, in der Länge reichte der Stoff nicht, wie geplant, für die 3 cm breiten eingeschlagenen Säume! An beiden Stoffenden stückelte ich 6 cm Stoff (plus Nahtzugabe) an, Ihr seht es auf den Bildern. Dann schlug und bügelte ich knappe 3 cm um bis fast zur "Stückelnaht", um ganau in dieser Naht noch einmal 3 cm umzuschlagen und zu -bügeln. Das sah schon nach einem ordentlichen Saum aus. Die Naht im Kniff fand ich "erträglich". Vorsorglich bügelte ich ein hauchdünnes Saum-Klebeband ein, denn ich fürchtete, die zusätzliche Stofflage im Saum könne in der Wäsche in sich zusammenfallen und den Saum hässlich aufplustern. Wahrscheinlich war's überflüssig.
Das doppelte Umschlagen der Saumkanten an den Längsseiten war unproblematisch. Nächster Schritt war das Falten, Markieren, Abnähen der Briefecken, Abschneiden dessen, was zuviel ist, und Einkürzen der Nahtüberstände. Fertig.
Vor der knappkantigen Steppnaht um das ganze Tischtuch herum graute mir. Ich hatte nämlich schon erlebt, das die drei Stofflagen (Tuch, äußerer und innerer Saum) nicht gleichmäßig transportiert werden. Also heftete (reihte) ich ringsherum in Vorwärts- und Rückwärtsschritten, damit die Lagen zusammengehalten werden, wechselte das Füßchen gegen eins mit dem Namen "Stoffobertransport" und stellte die allergößte Stichgröße ein (5). Außerdem nähte ich langsam. Nichts verschob sich.
Noch einmal im Ganzen bügeln, zusammenlegen und Schleife drum!
emmi