Naumann 65 Neu-Entwicklung von Seidel & Naumann im Jahr 1938
Naumann 65 Neu-Entwicklung von Seidel & Naumann im Jahr 1938
Mir ist es nun gelungen, zur schon vorhandenen Naumann 65 eine originale Seidel & Naumann 65 aus der Vorkriegszeit zu kaufen.
Beide Nähmaschinen werde ich hier vergleichen und einige Katalog-Scans zeigen.
Im Gegensatz zu meinem Thread vom 1. Oktober 2025 werde ich das Thema hier in Ruhe abhandeln und es nicht wieder so zerpflücken lassen.
Ich habe mich schon immer über einige Naumann 65 Nähmaschinen gewundert, welche nach 1945 in den Handel kamen und das S&N Logo auf ihrer Grundplatte trugen.
Die Erzählung geht so, das die Naumann 65 nach dem WW II in der SBZ und späteren DDR entwickelt wurde, ihre Grundplatten mit dem S&N Logo anfangs für die Produktion nach 1945 aus alten Beständen verwendet wurden.
Siehe auch der Artikel über die Naumann 65 im Naehmaschinenverzeichnis
Richtig ist, das die Naumann 65 eine Weiterentwicklung der Naumann 60 ist, allerdings erblickte die Naumann 65 schon1938 das Licht der Welt.
Sie hatte noch ein etwas anderes Design, um die Stichlagen-Verstellung und den Überstich-Regler unterzubringen.
Ich bin sehr froh über diesen Katalog-Fund, welcher es mir nun möglich macht, auch bei diesem Thema etwas Licht ins Dunkle bringen zu können.
Dieser Hauptkatalog erschien kurz nach der Leipziger Frühjahrsmesse 1938, an anderer Stelle zeige ich ihn noch komplett: Diese Nähmaschine wurde grundsolide gebaut mit Königswelle.
Die beworbenen Gleason-Zahnräder sind den bei Pfaff gebauten Kegelzahnrädern ähnlich.
Ein interessantes Detail ist die schwingende Nadelstange, wodurch der Schräg-Einstich beim ZickZack vermieden wird und ein besseres Nahtbild erreicht werden kann.
Der Doppel-Umlaufgreifer war Standard, mit Elektromotor waren bis zu 2500 Stiche pro Minute vorgesehen.
Beide Nähmaschinen werde ich hier vergleichen und einige Katalog-Scans zeigen.
Im Gegensatz zu meinem Thread vom 1. Oktober 2025 werde ich das Thema hier in Ruhe abhandeln und es nicht wieder so zerpflücken lassen.
Ich habe mich schon immer über einige Naumann 65 Nähmaschinen gewundert, welche nach 1945 in den Handel kamen und das S&N Logo auf ihrer Grundplatte trugen.
Die Erzählung geht so, das die Naumann 65 nach dem WW II in der SBZ und späteren DDR entwickelt wurde, ihre Grundplatten mit dem S&N Logo anfangs für die Produktion nach 1945 aus alten Beständen verwendet wurden.
Siehe auch der Artikel über die Naumann 65 im Naehmaschinenverzeichnis
Richtig ist, das die Naumann 65 eine Weiterentwicklung der Naumann 60 ist, allerdings erblickte die Naumann 65 schon1938 das Licht der Welt.
Sie hatte noch ein etwas anderes Design, um die Stichlagen-Verstellung und den Überstich-Regler unterzubringen.
Ich bin sehr froh über diesen Katalog-Fund, welcher es mir nun möglich macht, auch bei diesem Thema etwas Licht ins Dunkle bringen zu können.
Dieser Hauptkatalog erschien kurz nach der Leipziger Frühjahrsmesse 1938, an anderer Stelle zeige ich ihn noch komplett: Diese Nähmaschine wurde grundsolide gebaut mit Königswelle.
Die beworbenen Gleason-Zahnräder sind den bei Pfaff gebauten Kegelzahnrädern ähnlich.
Ein interessantes Detail ist die schwingende Nadelstange, wodurch der Schräg-Einstich beim ZickZack vermieden wird und ein besseres Nahtbild erreicht werden kann.
Der Doppel-Umlaufgreifer war Standard, mit Elektromotor waren bis zu 2500 Stiche pro Minute vorgesehen.
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Re: Naumann 65 Neu-Entwicklung von Seidel & Naumann im Jahr 1938
Den Auftakt meines Fundes bildete dieses Schreiben der A.-G. vorm. Seidel & Naumann, datiert vom 14. April 1938:
Dieser Brief wurde kurz nach der Leipziger Frühjahrsmesse geschrieben, auf welcher die Naumann 65 das erste Mal gezeigt wurde.
Die Preislisten zeigen, das der Produktionsstart im Jahr 1938 erfolgte und die Naumann 65 allgemein verfügbar war.
Den kompletten, dazugehörigen Hauptkatalog, als auch den erwähnten Prospekt N 399 poste ich separat, ebenso wie die kompletten Preislisten.
Die Preislisten zeigen, das der Produktionsstart im Jahr 1938 erfolgte und die Naumann 65 allgemein verfügbar war.
Den kompletten, dazugehörigen Hauptkatalog, als auch den erwähnten Prospekt N 399 poste ich separat, ebenso wie die kompletten Preislisten.
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Re: Naumann 65 Neu-Entwicklung von Seidel & Naumann im Jahr 1938
Ich nehme an, die Preisliste 109 ist die aktualisierte 108a, deshalb füge ich den Ausschnitt hier ein für die Naumann 65.
Händler-Preisliste 109
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Re: Naumann 65 Neu-Entwicklung von Seidel&Naumann im Jahr 1938
Hier nun einige Fotos der Naumann 65 von 1938 und einige Gruppenfotos
Vorab: Stellt man beide Maschinen nebeneinander, sieht man deutliche Unterschiede. Die Grundplatten sind relativ identisch, bei der Seidel & Naumann wurde die Keilriemenführung unten geklemmt, ihre Nachfolgerin hatte Gewindebohrungen zur Befestigung der Führung.
Auf dem Foto ist die Keilriemenführung bereits abgebaut.
Die Lager der Greiferwelle vorne zum Greifer hin sind unterschiedlich. Links ist die Seidel & Naumann zu sehen, rechts ihre Nachfolgerin. Interessant sind die Seriennummern, es sieht so aus, als wären sie fortgeführt worden.
1938 - 3 742 985 um/ab 1953 - 4 013 105 für die VEB - Naumann (Datum der Drucklegung des zur Maschine gehörenden Garantie-Scheins, die BDA wurde 1954 gedruckt)
Vielleicht besteht ein Zusammenhang damit, das die Aktiengesellschaft erst am 11. Januar 1963 in Düsseldorf liquidiert wurde?
Kurz vorher wurde der Sitz der AG nach Düsseldorf verlagert, lt. Wikipedia.
Eine für mich erstaunliche Geschichte, weil das Werk in Dresden nach 1945 als Reparation von den Sowjets nach Osten verlagert wurde, enteignet wurde, dann als VVB und später VEB firmierte.
Das alles klingt zunächst etwas verworren.
Vorab: Stellt man beide Maschinen nebeneinander, sieht man deutliche Unterschiede. Die Grundplatten sind relativ identisch, bei der Seidel & Naumann wurde die Keilriemenführung unten geklemmt, ihre Nachfolgerin hatte Gewindebohrungen zur Befestigung der Führung.
Auf dem Foto ist die Keilriemenführung bereits abgebaut.
Die Lager der Greiferwelle vorne zum Greifer hin sind unterschiedlich. Links ist die Seidel & Naumann zu sehen, rechts ihre Nachfolgerin. Interessant sind die Seriennummern, es sieht so aus, als wären sie fortgeführt worden.
1938 - 3 742 985 um/ab 1953 - 4 013 105 für die VEB - Naumann (Datum der Drucklegung des zur Maschine gehörenden Garantie-Scheins, die BDA wurde 1954 gedruckt)
Vielleicht besteht ein Zusammenhang damit, das die Aktiengesellschaft erst am 11. Januar 1963 in Düsseldorf liquidiert wurde?
Kurz vorher wurde der Sitz der AG nach Düsseldorf verlagert, lt. Wikipedia.
Eine für mich erstaunliche Geschichte, weil das Werk in Dresden nach 1945 als Reparation von den Sowjets nach Osten verlagert wurde, enteignet wurde, dann als VVB und später VEB firmierte.
Das alles klingt zunächst etwas verworren.
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Re: Naumann 65 Neu-Entwicklung von Seidel & Naumann im Jahr 1938
Die Seidel & Naumann 65 ist im Vergleich zu ihrer Nachfolgerin wesentlich leichter:
Während Erstere 16,5 Kg wiegt, bringt die Naumann 65 18 kg auf die Waage.
Hier beide Maschinen mit abgenommenem Stirndeckel: Unter der Haube ist konstruktiv einiges anders:
Die Mechanik der Verstellung des Überstichs ist unterschiedlich (auf dem Foto hier kaum zu sehen).
Die Seidel & Naumann 65 macht beim Bewegen der Nadelstangenschwinge ein leicht surrendes Geräusch, welches vom dahinter eingebauten Zahnrad kommt.
Die Nadelstange ist dicker als bei ihrer Nachfolgerin. Beim Verstellen der Stichlage bewegt sich die Überstichkulisse jeweils mit.
Optisch ist die Gehäuseplatte sehr geschickt ins Ganze eingefügt, bei der Naumann 65 ist es nicht so elegant gelöst: Hier sieht man deutlich die aufgesetzte Platte.
Die Anschlagschrauben für die Überstichverstellung sind bei der Naumann 65 besser erreichbar.
Die Gebrauchsanleitung im DIN A6-Format der Naumann 65 der VEB Schreibmaschinen-Werke Dresden finde ich erstaunlich:
Trotz Enteignung und dem Weiterbestand als VEB finden sich in ihr noch Spuren der alten Seidel & Naumann 65 auf einigen Fotos: Grundplatte mit S&N Fabrikmarke, die "65" in altdeutsch, allerdings auf dem bereits neuen Guss-Gehäuse der Naumann 65.
Während Erstere 16,5 Kg wiegt, bringt die Naumann 65 18 kg auf die Waage.
Hier beide Maschinen mit abgenommenem Stirndeckel: Unter der Haube ist konstruktiv einiges anders:
Die Mechanik der Verstellung des Überstichs ist unterschiedlich (auf dem Foto hier kaum zu sehen).
Die Seidel & Naumann 65 macht beim Bewegen der Nadelstangenschwinge ein leicht surrendes Geräusch, welches vom dahinter eingebauten Zahnrad kommt.
Die Nadelstange ist dicker als bei ihrer Nachfolgerin. Beim Verstellen der Stichlage bewegt sich die Überstichkulisse jeweils mit.
Optisch ist die Gehäuseplatte sehr geschickt ins Ganze eingefügt, bei der Naumann 65 ist es nicht so elegant gelöst: Hier sieht man deutlich die aufgesetzte Platte.
Die Anschlagschrauben für die Überstichverstellung sind bei der Naumann 65 besser erreichbar.
Die Gebrauchsanleitung im DIN A6-Format der Naumann 65 der VEB Schreibmaschinen-Werke Dresden finde ich erstaunlich:
Trotz Enteignung und dem Weiterbestand als VEB finden sich in ihr noch Spuren der alten Seidel & Naumann 65 auf einigen Fotos: Grundplatte mit S&N Fabrikmarke, die "65" in altdeutsch, allerdings auf dem bereits neuen Guss-Gehäuse der Naumann 65.
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Re: Naumann 65 Neu-Entwicklung von Seidel & Naumann im Jahr 1938
Nähproben mit kleinem Video und Fazit:
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Re: Naumann 65 Neu-Entwicklung von Seidel & Naumann im Jahr 1938
Ja, ich weiß/wusste bei diesem Thema nicht genau, wieviel Platz ich brauchen werde, deshalb die "Platzhalter".
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