Dehnbarkeit von Anschlagkanten

Stricken und Häkeln
Antworten
Bobo
Beiträge: 467
Registriert: Mi 15. Jan 2025, 19:26

Dehnbarkeit von Anschlagkanten

Beitrag von Bobo »

Eine zu feste Anschlagkanten, aber mitunter auch eine zu labberige, kennen viele Strickerinnen und Stricker.
Einmal muß sie ja zum Projekt passen. Und auch zum verwendeten Garn. Die Optik zählt natürlich auch. Aber vor allem die Funktion.
Also machen wir, was wir gelernt haben oder was in der Anleitung steht. Und irgendwie passt es nicht. So fangen wir an, nach Alternativen zu suchen.
Was aber oft außer Acht gelassen wird, ist die Ausführung der gewählten Technik.
Deshalb habe ich hier mal was zusammengestellt zur ausreichenden Dehnbarkeit bei Verwendung des Kreuzanschlags. Im Wesentlichen lässt sich das auf viele andere Anschlagarten übertragen.

Die Dehnung im Bereich der Anschlagkante wird durch zwei Elemente bestimmt:
Dehnung des Gestrickts selbst und
Dehnung der Anschlagkante.
Das eine wird jeweils durch das andere begrenzt.

Zunächst einmal das Beispiel eines Kreuzanschlags, einfach schnell mal gemacht und schön angezogen, so wie wir es als Anfänger bestimmt sehr erfolgreich gemeistert haben. Und hinterher konnte es kein Mensch nicht abstricken, ohne dabei die Finger und Nadeln abzubrechen und zu verbiegen. Hatten wir es doch geschafft, war die Kante ein ziemlich kurzes, festes Ding:
IMG_20260108_094132.jpg
Also wurde uns gelehrt, auf zwei Nadeln anzuschlagen, damit die Kante schön locker wird:
IMG_20260108_094341.jpg
IMG_20260108_094425.jpg
So lässt es sich wunderbar abstricken. Es ergibt jedoch zwei Probleme: die Anschlagreihe erscheint mit zu großen, ausgeleierten, Maschen und wirklich dehnbar ist das auch nicht:
IMG_20260108_095442.jpg
(Wie Ihr seht: ich habe gewendet und die erste Reihe rechts gestrickt. Die Perlchen des Anschlags sind auf der Vorderseite.)
Fortsetzung folgt.
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
Anker RZ Automatic de luxe, Anker RZ, Gritzner VZB, Pfaff 230 Automatic Senior und Junior, Necchi Lelia 513, Singer 316G, Singer 66, Singer Starlet 354, Bernina Record 730, Phoenix 16, St. Gerster Langschiffchen
Bobo
Beiträge: 467
Registriert: Mi 15. Jan 2025, 19:26

Re: Dehnbarkeit von Anschlagkanten

Beitrag von Bobo »

Schauen wir uns solch eine Anschlagkante mal genauer an:
IMG_20260108_095832.jpg
IMG_20260108_095914.jpg
Die ersten beiden Bilder direkt nach dem Anschlagen der Maschen.
Wie Ihr seht, zweifarbig. Dabei ist der blaue Faden der vom Knäuel. Der grüne Faden ist das Schwänzchen (hier natürlich auch vom Knäuel).
Die folgenden beiden Bilder zeigen die Maschen so weit auseinandergezogen, wie es geht:
IMG_20260108_095949.jpg
IMG_20260108_100002.jpg
Hier ist jetzt schön zu erkennen: der Faden vom Knäuel (blau) bildet die Maschen. Der Faden vom Schwänzchen (grün) ist mit dem Faden vom Knäuel verwoben, läuft aber ausschließlich unterhalb der Nadel. Er limitiert die Dehnbarkeit der Kante und bleibt gänzlich unbeeindruckt von solchen Tricks, wie über zwei Nadeln anzuschlagen.
Was also gilt es zu tun?

Fortsetzung folgt.
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
Anker RZ Automatic de luxe, Anker RZ, Gritzner VZB, Pfaff 230 Automatic Senior und Junior, Necchi Lelia 513, Singer 316G, Singer 66, Singer Starlet 354, Bernina Record 730, Phoenix 16, St. Gerster Langschiffchen
Bobo
Beiträge: 467
Registriert: Mi 15. Jan 2025, 19:26

Re: Dehnbarkeit von Anschlagkanten

Beitrag von Bobo »

Wir passen beim Anschlag den Abstand der Maschen zueinander unseren Bedürfnissen an. Der Abstand zwischen den einzelnen Maschen des Anschlags soll ausreichend genug sein, daß die Kante mit der Dehnung des Gestricks mitgehen kann. Beim Pullover- oder Jackenbündchen vielleicht etwas weniger, damit nichts leiert und alles schön die Form behält. Bei z.B. Socken so, daß der Schaft gut über die Ferse geht und die Kante nicht reißt, weil zuviel Zug drauf kommt. Der Kragen eines Oberteils soll bequem über den Kopf passen.
Das sieht dann aus wie folgt:
Beim Anschlagen die neuesten Maschen am Besten im gewünschten Abstand halten, damit es gleichmäßig wird. Die fertigen Maschen können natürlich aneinandergeschoben werden:
IMG_20260108_100404.jpg
Hier sieht man sehr schön den viel längeren Schwänzchenfaden:
IMG_20260108_100349.jpg
Und hier lassen sich der Verlauf von Schwänzchenfaden und Faden vom Knäuel unter der Nadel erkennen:
IMG_20260108_100417.jpg
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
Anker RZ Automatic de luxe, Anker RZ, Gritzner VZB, Pfaff 230 Automatic Senior und Junior, Necchi Lelia 513, Singer 316G, Singer 66, Singer Starlet 354, Bernina Record 730, Phoenix 16, St. Gerster Langschiffchen
Bobo
Beiträge: 467
Registriert: Mi 15. Jan 2025, 19:26

Re: Dehnbarkeit von Anschlagkanten

Beitrag von Bobo »

Hier das Ergebnis:
IMG_20260108_101245.jpg
IMG_20260108_101523.jpg
IMG_20260108_101257.jpg
Die Maschengröße der Anschlagkante passt auch wieder zum restlichen Gestrickt.
(Die Perlchen sind natürlich wieder auf der rechten Seite.)
Einmal etwas gedehnt, da geht aber noch mehr:
IMG_20260108_101341.jpg
Dieses Vorgehen ist eigentlich bei allen Anschlagarten anwendbar, auch wenn ohne Schwänzchen gearbeitet wird.
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
Anker RZ Automatic de luxe, Anker RZ, Gritzner VZB, Pfaff 230 Automatic Senior und Junior, Necchi Lelia 513, Singer 316G, Singer 66, Singer Starlet 354, Bernina Record 730, Phoenix 16, St. Gerster Langschiffchen
Antworten

Zurück zu „STRICKEN“