Antike Nähmaschine - "Hot oder Schrott"

Historische Nähmaschinen vergangener Zeiten ohne eigenes Unterforum.
rubberduck
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Re: Antike Nähmaschine - "Hot oder Schrott"

Beitrag von rubberduck »

inch hat geschrieben: ↑Di 14. Jul 2026, 11:41 (...)
Ich kann mir vorstellen, das die Stempel solange in Gebrauch waren, wie sie noch eine Zahl lesbar erzeugen konnten und dann erst ausgetauscht wurden.
Das wäre eine Erklärung für die verschiedenen Präge-Bilder.
(...)
Hallo inch,


deine Vermutung würde Sinn machen, wenn die schlechten Schlagzahlen am Anfang wären.

Die ersten sechs Schlagzahlen haben eine gute Qualität und die letzten drei sind auch nicht wirklich schlecht, aber man sieht, daß hier zwei unterschiedliche Sätze Schlagzahlen verwendet wurden.

Aber warum!?

Ich könnt mir vorstellen, daß Libscher bei der Bestellung der Nähmaschinen darum gebeten hat, noch etwas Platz hinter der Seriennummer zu lassen um dahinter seine eigene Nummer - eventuell fortlaufend - einzuschlagen, damit er seine verkauften Nähmaschinen einfach wiedererkennen kann.
Sollte dem so sein, müßten die ersten sechs Ziffern vom Hersteller eingeschlagen sein.

Aber dies sind alles reine Mutmaßungen!


Grüsse.
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Jonas2404
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Re: Antike Nähmaschine - "Hot oder Schrott"

Beitrag von Jonas2404 »

die KI hat diese Idee ausgespuckt:

Manuelle Endmontage: Seriennummern wurden oft in großen Chargen maschinell vorgeprägt, während die letzten Stellen erst nach der finalen Endmontage und Justierung der individuellen Passform von Hand eingeschlagen wurden.

Würde das nicht auch zu den gleichmäßigen Abständen am Anfang passen?
rubberduck
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Re: Antike Nähmaschine - "Hot oder Schrott"

Beitrag von rubberduck »

Hallo,


habe mich jetzt um den "Unterbau" gekümmert.

Hier habe ich erstmal die Stichlängeneinstellung und den Stoffstransporteur gängig gemacht und beides verbaut.
IMG_2391.JPG
IMG_2392.JPG

Anschießend habe ich eine kleine Funktionsprobe gemacht.




Danach habe ich das Oberteil wieder auf das Unterteil geschraubt, den Kurvenhebel mit Kurbelzapfen montiert und eine weitere Funktionsprobe getätigt.



IMG_2395.JPG

Auch habe ich noch den abgebrochenen Zapfen für den Antrieb des Schiffchenhalters ausgebohrt und durch einen meiner Schlachtmaschiene ersetzt, den ich dort noch ausbauen mußte. Und auch noch dessen abgebrochenen Reste aus der Betätigungsstange entfernt.
IMG_2412.JPG

Und dann wurd´s recht zeitintensiv: Wie ich schon schrieb, paßte das Schiffchen nicht in dessen Halter, wo ich dann die Grundplatte des Halters, der aus meiner Schlachtmaschine stammt, ein wenig verjüngen mußte, damit diese dann weiter an der Führungsschiene der Grundplatte ist und somit für das Schiffchen ausreichend Platz ist.
Da ich nur dieses Teil als Ersatz hatte, durfte nichts schief laufen!
Als ein wenig abschleifen, probieren, ... - sich zu Anfang im Zehntel Millimeterbereich herantasten und dann nicht mehr so viel abschleifen. Eine sehr müßige Arbeit, die viel Geduld erfordert.

Aber irgendwann paßte das Schiffchen saugend, schmatzend in den Halter.
IMG_2413.JPG


Und die Funktionsprobe verlief erfolgreich:





Jetzt sind die mechanischen Voraussetzung bezüglich Funktion und Freigängigkeit der Einzelteile erfüllt - also ein großer Schritt in Richtung "Nähen" getan, was aber nicht bedeutet, daß der Rest einfach werden wird, noch das sie Nähen wird.

Aber ich bin schon recht erfreut über jetzige Ergebnisse. biggrin



Grüsse
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Jonas2404
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Re: Antike Nähmaschine - "Hot oder Schrott"

Beitrag von Jonas2404 »

toller Fortschritt lol16
rubberduck
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Re: Antike Nähmaschine - "Hot oder Schrott"

Beitrag von rubberduck »

Hallo,


bei dem Ganzen sind mir aber auch "Nicht-Extras" aufgefallen - speziell EINS beim Schiffchenhalter, daß dieser den linken Einschub nicht automatisch zuzieht, wenn sich das Schiffchen nach rechts bewegt!
Meine älteste Langschiffmaschine ist datiert um 1889 und sie hat das.
Schaut man sich dessen Mechanik genau an, so wird man sehen, daß für solches "Extra" die Grundplatte in dessen Abmessungen zu ändern ist - selbst sind es nur paar Millimeter des Versetzens der "Innereien".
Sowas könnte ein Indikator für ein früheres Datum der Entstehung sein!

Wieauchimmer: Einen Haufen Rost mit russischem Emblem mit nur dessen Historie wieder "in Bewegung zu bringen" ist schon toll, wobei ich nicht nur die Mechanik meine.


Grüsse.
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Kerstin
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Re: Antike Nähmaschine - "Hot oder Schrott"

Beitrag von Kerstin »

Mein großes Kompliment!
Du hast schon so viel an diesem alten Teil in Gang gebracht, dass ich sicher bin, Du bekommst die Maschine auch zum Nähen!
Liebe Grüße Kerstin.
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inch
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Re: Antike Nähmaschine - "Hot oder Schrott"

Beitrag von inch »

Hallo rubberduck, ich habe mir eben deine Videos angeschaut und bin begeistert von deinen Fortschritten!
Sich diesem Haufen Altmetall anzunehmen und es sogar wieder in sinnvolle biggrin Bewegung zu bringen, ist schon besonders.
Ich bin gespannt, ob wir auch noch den sächsischen Hersteller dieser Nähmaschine sicher benennen können.
Слава Україні! Ukraine-Direkthilfe: https://prytulafoundation.org/en oder: Spenden per SMS an RTL Kinderhilfe - 10 €/SMS 44844 Stichwort: "Ukraine"
rubberduck
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Re: Antike Nähmaschine - "Hot oder Schrott"

Beitrag von rubberduck »

inch hat geschrieben: ↑Mo 20. Jul 2026, 12:05 (...)
Ich bin gespannt, ob wir auch noch den sächsischen Hersteller dieser Nähmaschine sicher benennen können.

Das wäre natürlich toll!!!


Habe heute Weiteres getägt für das Ziel Nähen. Da der beste Stoff-Transporteur den Stoff nicht geschoben bekommt, wenn die Flächen eine Glätte von 80er Schleifpapier haben durch den Rostbefall, habe ich diese poliert: Angefangen mit Schleifpapier mit einer Körnung von 80 und mich schrittweise bis 2000 vorarbeitet. Als "Finish" dann noch eine feine Schleifpaste und zur Versiegelung Autosol Chrompolitur.
Natürlich sieht man noch die "Rostnarben", was ich aber nicht schlimm finde.
Wichtig ist, daß alles schön glatt geworden ist!
IMG_0255.jpg
IMG_0252.jpg

Bei der Grundplatte habe ich noch den ölgetränkten Rost auf Stelle ohne Lack weggeschliffen und diese Stellen mit schwarzer Rostschutzgrundierung mittels Lappen dünn betupft. Sieht garnicht so schlecht aus, finde ich.
Was nützt einem eine nähende Nähmaschine, wenn alles, was man genäht hat, verschmutzt ist durch rostiges Öl oder öligem Rost. biggrin


Auch habe ich mich dem Riß im Untergestell gewidmet. Schweißen oder Löten habe ich verworfen, da man mit nur etwas Pech auch Schaden anrichten kann. Ich habe mich für "Chemie" entschieden und zwar "HG-Power-Glue 2-Komponenten-Kleber Schweißnaht", mit dem ich schon gute Erfahrungen in anderen Bereichen gemacht habe.
Vor Verwendung habe ich den Bereich mittel einer in die Bohrmaschine eingespannten Kupferdrahtbürste gereinigt und angerauht. Da nicht auszuschließen war, daß es sich um mindestens einen gussähnlichen Werkstoff handelt und dieser durch meine Verwendung von Röstlöser und unterschiedlichen Ölen eventuell etwas davon in den Werkstoff gedrungen ist, habe ich den Bereich mittels Lötlampe leicht erwärmt. Und das war gut, da tatsächlich etwas Öl aus dem Werkstoff getreten ist. Dies habe ich dann mit einem mit Verdünnung getränkten Lappen weggewischt und das mehrfach wiederholt, bis kein Öl mehr "ausschwitzt".
Natürlich sieht man von innen dessen Reparatur. Aber von aussen ist nahezu nichts ersichtlich.
IMG_0253.jpg
IMG_0254.jpg


Da sich die obere Welle bezüglich des Axialspiels gesetzt hat, habe ich es neu mittels Paßscheiben eingestellt. War ein Herantasten mit mehrfacher Montage und Demontage der Welle und des Nähkopfes bis sie so saß, wie ich es wollte: Nämlich möglichst weit rechts, damit das Lager des Kurbelzapfens möglichst weit in der Kurvenscheibe steht und gerade nichts verklemmt und natürlich das axiale Spiel nahezu NULL ist.
In diesem Zusammenhang habe ich alles - insbesondere den Nähkopf - nochmals penibel gereinigt und den Nähkopf mit Fließfett gefettet. Ein "Super-Zeug", kriecht in jede Ritze (sogar nach oben), ist druckbeständig und läuft nicht weg wie Öl. Kennen gelernt habe ich es bei der Instandsetzung des Getriebes meines Rasenmähertreckers (Alko T950).



Grüsse.
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rubberduck
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Re: Antike Nähmaschine - "Hot oder Schrott"

Beitrag von rubberduck »

Hallo,


hab vergessen die Bilder zu zeigen, wie die Stichplatte und der "Fuß" vorher aussahen: 80er Schleifpapier ist dagegen glatt biggrin biggrin biggrin
Stichplatte vorher.jpg
Nähfuß vorher.jpg
Grausam - Oder!?


Grüsse.
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inch
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Re: Antike Nähmaschine - "Hot oder Schrott"

Beitrag von inch »

rubberduck hat geschrieben: ↑Mo 20. Jul 2026, 22:15 Grausam - Oder!?
...Definitiv... biggrin
Die Rostnarben vom Gehäuse und die weitestgehend polierten bzw. blank gemachten Flächen gefallen mir im Zusammenspiel ausnehmend gut. 1f44d
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