Säulennähmaschine Singer 51W44 wird doch gebraucht
Verfasst: Di 13. Jan 2026, 21:51
Hallo,
seit einigen Jahren habe ich eine Singer 51W44, um die ich mich nie gekümmert habe, da ich sie nicht brauchte.
Ich habe drei Schustermaschinen (Singer 29K33, Singer 29K8, Adler 30-1), zwei schwere Sattlermaschinen (Singer 45K25 und Dürkopp 62) und dann auch noch zwei Pfaff 24 für feinere Lederarbeiten und dazu als Ergänzung auch noch eine Adler 299-2.
Da setzt man sich einfach an die nächste Maschine, wenn man mit einer anderen Fadenfarbe nähen will.
Tatsächlich hatte ich sie vor ca. anderthalb Jahren an einen "Suchenden einer Säulennähmaschine" veräußert, wenn dieser nicht einen anderen Hersteller bevorzugt hätte.
Hier der Link dazu:
viewtopic.php?p=2107&hilit=51w44#p2107
Aber jetzt bin ich glücklich darüber.
Aber was kann eine Säulennähmaschine, was der oben genannte "Maschinenpark" nicht kann oder nur unter erschwerten Bedingungen.
Ich trage gerne Baseball-Mützen, aber sie sollen keine Aufschriften haben und von guter Qualität sein und erschwinglich. Da ist das Angebot schon recht klein, was meinem Geschmack entspricht, aber sowas in Leder zu finden ist quasi unmöglich. Also habe ich mir gedacht, mir sowas selber zu nähen, da ich ja einen großen "Maschinenpark" für´s Ledernähen habe.
Vor der ersten Naht steht natürlich richtig viel Arbeit: Vom Erstellen der Schnittmuster anhand vorhandener Mützen - natürlich immer wieder mit Änderung, erforderliches Material bis hin zum Begreifen der Arbeitsabläufe für dessen Fertigung.
Aber ich will nicht weiter Abschweifen.
Ich hatte dann den ersten Prototyp der oberen "Kappe" fertig und es passte recht gut von der Form.
Und dann galt es die Ziernähte zu nähen: Die Sattlernähmaschinen kamen dafür schon aufgrund der sehr dicken Nadel nicht in Frage, aber es bot sich dafür die Paff 24 an. Aber wegen der halbrunden Form der Mütze habe ich auch nicht diese genommen. Ich habe dann die Singer 29K8 genommen, den Nähfuß quer gestellt und das hat funktioniert. Aber: Mit einer "Schusterflickmaschine" lange gerade Nähte tu tätigen ist eine Herausforderung und dann noch immer den gleichen Abstand zu der schon getätigten Naht zu halten ist "sauschwer", insbesondere weil der Nähfuß quer steht und man die markierte Linie nur erahnt.
Für präzises Nähen ist es am Besten die Nähnadel zu sehen - also keinen Nähfuß sondern ein Rädchen: aber sowas gibt es nicht bei "Schusterflickmaschinen".
Irgendwie enttäuschend einen ausreichend großen "Nähmaschinen-Fuhrpark" zu haben, aber keine der Maschinen ist für ein gutes Ergebnis geeignet!
Und dann kam mir meine Singer-Säulenmaschine ins Bewußtsein: Die müßte perfekt dafür sein!
Also hab ich sie mir angeschaut und sie drehte ein wenig unwillig von Hand. Dann habe ich an die provisorisch vorhandene Halterung erstmal provisorisch einen einfachen Nähmaschinenmotor angebaut.
Mit langsam laufendem Motor habe ich prophylaktisch alles sich Drehende mit Rostlöser versehen und dabei auch die Maschine gekippt und geschwenkt, damit der Rostlöser auch alles erreicht. Danach das Gleiche mit Balistol Waffenöl - heute Bilstol Universal (ein sehr anhaftender Geruch bei Berührung, aber ich find´s nicht schlimm) und anschließend "Ölen"!
Danach drehte sie schon wesentlich williger. Der untere Faden schaute noch raus und ließ sich auch mit leichtem Widerstand ziehen, so habe ich dann "Eingefädelt". Leider war die eingebaute Nadel abgebrochen, so daß damit dessen Länge nicht bekannt war. Aber es war eine Nadel, die im oberen Bereich dessen Befestigung keine "Abflachung" hatte - somit bezüglich ihrer axialen Befestigung ausgerichtet werden muß (Längsrille der Nadel gegenüber Greifer). Ich habe dann irgendeine "normale Nadel" moderneren Maschinen genommen und durch langsames Drehen der Nähmaschine geprüft ob sie "mechanisch gesehen frei läuft".
Die ersten "Nahtbildungen" durch "von Hand drehen" waren erfolgversprechend, wo ich dann den "Handbetrieb" auf "Elektromotor" umgestellt habe. Bißchen Einstellungen waren dann noch nötig, bis folgendes "Nähvideo" entstehen konnt
Hier erstmal paar grundlegende Bilder:
Recherchiert habe ich dessen Baujahr, aber laut Seriennummer vor 1940; ab wann wurde nicht angeben.
Aber auch mir stellen sich einige Fragen zu der Maschine:
Im oberen mittleren Teil ist eine Platte, die nicht wirklich original aussieht
Auch fand sich nichts, wie und wo der Faden für die Spule des Unteradens aufgewickelt wird. Hierbei denke ich schon, daß dieser der Halterung für einen "E-Antrieb" weichen mußte und einfach "WECH" ist.
Auch ist mit rotem Pfeil im folgendem Bild ein Bauteil gekennzeichnet, was ich nicht zuordnen kann
Was aber nicht "Abhanden kommen kann" ist ein Stichweiteneinstellung: Entweder ich bin zu blöd sie finden oder es gibt keine!?
Natürlich habe ich mir auch das Untere des Oberen angeschaut!
Mit solchem ausgefransten "Riesenloch" in der Stichplatte kann´s auch nichts werden, ab dem ersten Stich irgendwas wie Naht zu erzielen und danach gilt das "Prinzip Hoffnung".
Die dort verbaute Spule mit dessen Spulenkapsel sind mir nicht bekannt. Eventuell "gehen" auch andere Spulen.
Fazit: "Blutige Hände" beim Anfertigen der Stichplatte oder "3,2,1" mit Glück
Grüsse.
seit einigen Jahren habe ich eine Singer 51W44, um die ich mich nie gekümmert habe, da ich sie nicht brauchte.
Ich habe drei Schustermaschinen (Singer 29K33, Singer 29K8, Adler 30-1), zwei schwere Sattlermaschinen (Singer 45K25 und Dürkopp 62) und dann auch noch zwei Pfaff 24 für feinere Lederarbeiten und dazu als Ergänzung auch noch eine Adler 299-2.
Da setzt man sich einfach an die nächste Maschine, wenn man mit einer anderen Fadenfarbe nähen will.
Tatsächlich hatte ich sie vor ca. anderthalb Jahren an einen "Suchenden einer Säulennähmaschine" veräußert, wenn dieser nicht einen anderen Hersteller bevorzugt hätte.
Hier der Link dazu:
viewtopic.php?p=2107&hilit=51w44#p2107
Aber jetzt bin ich glücklich darüber.
Aber was kann eine Säulennähmaschine, was der oben genannte "Maschinenpark" nicht kann oder nur unter erschwerten Bedingungen.
Ich trage gerne Baseball-Mützen, aber sie sollen keine Aufschriften haben und von guter Qualität sein und erschwinglich. Da ist das Angebot schon recht klein, was meinem Geschmack entspricht, aber sowas in Leder zu finden ist quasi unmöglich. Also habe ich mir gedacht, mir sowas selber zu nähen, da ich ja einen großen "Maschinenpark" für´s Ledernähen habe.
Vor der ersten Naht steht natürlich richtig viel Arbeit: Vom Erstellen der Schnittmuster anhand vorhandener Mützen - natürlich immer wieder mit Änderung, erforderliches Material bis hin zum Begreifen der Arbeitsabläufe für dessen Fertigung.
Aber ich will nicht weiter Abschweifen.
Ich hatte dann den ersten Prototyp der oberen "Kappe" fertig und es passte recht gut von der Form.
Und dann galt es die Ziernähte zu nähen: Die Sattlernähmaschinen kamen dafür schon aufgrund der sehr dicken Nadel nicht in Frage, aber es bot sich dafür die Paff 24 an. Aber wegen der halbrunden Form der Mütze habe ich auch nicht diese genommen. Ich habe dann die Singer 29K8 genommen, den Nähfuß quer gestellt und das hat funktioniert. Aber: Mit einer "Schusterflickmaschine" lange gerade Nähte tu tätigen ist eine Herausforderung und dann noch immer den gleichen Abstand zu der schon getätigten Naht zu halten ist "sauschwer", insbesondere weil der Nähfuß quer steht und man die markierte Linie nur erahnt.
Für präzises Nähen ist es am Besten die Nähnadel zu sehen - also keinen Nähfuß sondern ein Rädchen: aber sowas gibt es nicht bei "Schusterflickmaschinen".
Irgendwie enttäuschend einen ausreichend großen "Nähmaschinen-Fuhrpark" zu haben, aber keine der Maschinen ist für ein gutes Ergebnis geeignet!
Und dann kam mir meine Singer-Säulenmaschine ins Bewußtsein: Die müßte perfekt dafür sein!
Also hab ich sie mir angeschaut und sie drehte ein wenig unwillig von Hand. Dann habe ich an die provisorisch vorhandene Halterung erstmal provisorisch einen einfachen Nähmaschinenmotor angebaut.
Mit langsam laufendem Motor habe ich prophylaktisch alles sich Drehende mit Rostlöser versehen und dabei auch die Maschine gekippt und geschwenkt, damit der Rostlöser auch alles erreicht. Danach das Gleiche mit Balistol Waffenöl - heute Bilstol Universal (ein sehr anhaftender Geruch bei Berührung, aber ich find´s nicht schlimm) und anschließend "Ölen"!
Danach drehte sie schon wesentlich williger. Der untere Faden schaute noch raus und ließ sich auch mit leichtem Widerstand ziehen, so habe ich dann "Eingefädelt". Leider war die eingebaute Nadel abgebrochen, so daß damit dessen Länge nicht bekannt war. Aber es war eine Nadel, die im oberen Bereich dessen Befestigung keine "Abflachung" hatte - somit bezüglich ihrer axialen Befestigung ausgerichtet werden muß (Längsrille der Nadel gegenüber Greifer). Ich habe dann irgendeine "normale Nadel" moderneren Maschinen genommen und durch langsames Drehen der Nähmaschine geprüft ob sie "mechanisch gesehen frei läuft".
Die ersten "Nahtbildungen" durch "von Hand drehen" waren erfolgversprechend, wo ich dann den "Handbetrieb" auf "Elektromotor" umgestellt habe. Bißchen Einstellungen waren dann noch nötig, bis folgendes "Nähvideo" entstehen konnt
Hier erstmal paar grundlegende Bilder:
Recherchiert habe ich dessen Baujahr, aber laut Seriennummer vor 1940; ab wann wurde nicht angeben.
Aber auch mir stellen sich einige Fragen zu der Maschine:
Im oberen mittleren Teil ist eine Platte, die nicht wirklich original aussieht
Auch fand sich nichts, wie und wo der Faden für die Spule des Unteradens aufgewickelt wird. Hierbei denke ich schon, daß dieser der Halterung für einen "E-Antrieb" weichen mußte und einfach "WECH" ist.
Auch ist mit rotem Pfeil im folgendem Bild ein Bauteil gekennzeichnet, was ich nicht zuordnen kann
Was aber nicht "Abhanden kommen kann" ist ein Stichweiteneinstellung: Entweder ich bin zu blöd sie finden oder es gibt keine!?
Natürlich habe ich mir auch das Untere des Oberen angeschaut!
Mit solchem ausgefransten "Riesenloch" in der Stichplatte kann´s auch nichts werden, ab dem ersten Stich irgendwas wie Naht zu erzielen und danach gilt das "Prinzip Hoffnung".
Die dort verbaute Spule mit dessen Spulenkapsel sind mir nicht bekannt. Eventuell "gehen" auch andere Spulen.
Fazit: "Blutige Hände" beim Anfertigen der Stichplatte oder "3,2,1" mit Glück
Grüsse.