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Größenangaben von Socken in der Tabelle
Verfasst: Mo 12. Jan 2026, 19:00
von Bobo
Zuerst wie versprochen die Sache mit der Weite von Socken mit 8-fädiger Wolle.
2018 mein erster Versuch in Größe 42, Anschlag laut Tabelle mit 48 Maschen:
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In der Weite haben noch zwei Paar Socken druntergepasst. Ich habe die geribbelt und neu gestrickt:
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Mit gleicher Nadelstärke, doch nur mit 40 Maschen angeschlagen.
Der Schaft dürfte hier nicht länger sein. Ein längerer Schaft bräuchte bei mir oben mehr Weite. Also entsprechend mehr Maschen anschlagen und dann abnehmen.
Meine neueren Dickerchen stricke ich mit einer dünneren Nadelstärke etwas dichter. Je nach Garnqualität ist das nahe an den Empfehlungen, aber eher etwas dichter.
Folgende Socken habe ich erst kürzlich fertiggestellt. Sie sind zwar von unten nach oben gestrickt, die Ferse von oben her nachträglich, das ist hier aber erstmal egal. Um den Fuß und den unteren Teil des Schaftes sind es 44 Maschen. Die Fersenwand geht über 24 Maschen (also etwas mehr Raum), während auf der Vorderseite 22 Maschen verbleiben. Der Schaft wurde dann nach oben hin weiter gearbeitet:
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Re: Größenangaben von Socken in der Tabelle
Verfasst: Mo 12. Jan 2026, 19:38
von Bobo
Die Strümpfe mit 44 Maschen und die Socken mit 40 Maschen im Fuß sind annähernd gleich weit. Bei einer Empfehlung von 20 Maschen auf 10cm, die bei den grauen Strümpfen eingehalten ist, machen sich Abweichungen extrem bemerkbar. Von den 44 Maschen auf die empfohlenen 48 Maschen zu gehen, würde 2cm mehr Weite bedeuten.
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Der allgemein empfohlene Dehnungsfaktor bei Socken und Strümpfen beträgt 0,85.
Allerdings ist das auch teilweise persönliche Präferenz. So kann ich z.B. keine enganliegende Kleidung tragen und bevorzuge meine Socken und vor allem meine Strumpfschäfte eher etwas weiter und bediene mich lieber Hilfsmitteln, falls der Strumpf rutschen sollte.
Re: Größenangaben von Socken in der Tabelle
Verfasst: Mo 12. Jan 2026, 20:34
von Delilah-Rose
Ja, nach der Tabelle stricke ich auch mit 48 Maschen, habe aber einen Socken von meiner Mama zum Vergleich genommen und es kommt etwa hin, ich stricke ja ziemlich fest und bin auch mal reingeschlupft, kommt hin und wenn sie trotzdem weit sind, macht das nix, sollen ja Couchsocken werden.
Bin auf jeden Fall gespannt und frage mich jetzt, was eine Bumerang Ferse ist und vieles weitere, was ich noch nie gehört habe, du bist ja in der Profiliga, wie meine Mutter. Diese Bambooflex habe ich heute gefunden, hatte die bei meinen Eltern mitgenommen und dachte aber, das sind Zopfnadeln, weiß aber immer noch nicht, wie man damit Socken stricken soll, oder wo bei diesen Teilen der Vorteil ist.
Re: Größenangaben von Socken in der Tabelle
Verfasst: Mo 12. Jan 2026, 20:44
von Bobo
Wahl der Sockenweite nach Tabelle:
Die Tabelle für 4-fädige Sockenwolle passt meiner Erfahrung nach recht gut zu durchschnittlichen Damen- und Herrenfüßen.
Sind Damenfuß und Bein sehr schlank, oder es wird ein langes, dürres Pupertier bestrickt, kann eventuell die Weite eine Größe kleiner besser passen.
Bei gedrungenem Körperbau, Übergewicht, Wassereinlagerungen, oder sonstwie dicken Beinen und Füßen eine Nummer (oder auch zwei) größer wählen.
Bei Herrenfüßen gilt im Grunde das gleiche. Doch tendenziell haben viele Männer recht breite Füße und stämmige Waden. Bei den Herren also häufiger laut Tabelle oder in der Weite eine Nummer größer.
Wer Fuß und Bein zur Verfügung hat und messen kann, hat hier natürlich gewaltigen Vorteil. Ein guter Anhaltspunkt ist auch die Schuhweite.
Selbstverständlich kann für ein dickes Bein die Maschenzahl erhöht werden und für den dünneren Fuß eine niedrigere Maschenzahl verwendet werden.
Für Kinder passt die 4-fädige Tabelle eigentlich ganz prima.
ACHTUNG:
SEHR WICHTIG ist, daß sich der Schaft problemlos über die Ferse ziehen lässt. Die Diagonale über Ferse und Rist ist die weiteste Stelle am Fuß, da muß der Socken drüber!
Wer das Glück hat und vom zu bestrickenden Fuß Maße kennt, kann mit Dehnfaktor ca. 0,85 rechnen.
Gestrick ist dehnbar und verzeiht viel. Doch wer einen längeren Schaft mag, muß irgendwann berücksichtigen, daß das Bein dicker wird und wie beim Strümpfe stricken weiter anfangen und Abnahmen arbeiten (bzw. von unten her Zunahmen arbeiten), sonst ist der Strumpf oben zu eng. Da ist auch gut, wenn man messen kann, da nichts rutschen soll.
Re: Größenangaben von Socken in der Tabelle
Verfasst: Mo 12. Jan 2026, 20:46
von Bobo
@Delilah-Rose:
Ich versuche mal, systematisch abzuarbeiten. Zum Thema Bumerangferse komme ich noch im Zusammenhang mit der Passform. Mir passt sie z.B. gar nicht.
Re: Größenangaben von Socken in der Tabelle
Verfasst: Mo 12. Jan 2026, 20:57
von Delilah-Rose
ja klar, wir haben ja Zeit, ich habe auch nur die verschiedenen Bezeichnungen gelesen und mich gefragt, was der Unterschied/Vorteil ist, auf den ersten Blick kam mir jetzt diese Bumerang Ferse nicht einfacher oder anfängerfreundlicher vor. Dann die verschiedenen Spitzen Bändchen oder Stern, alles sehr verwirrend für so Dilettanten, wie mich. Deshalb erst mal das eine Paar und dann mal schauen ob ich Lust auf Experimente habe, ich muss auch noch ein Baby Mützchen stricken. Habe ein wirklich niedliches gesehen aber es sieht schwierig aus und ich weiß nicht, ob ich mir das zutraue oder doch lieber ur Häkelnadel greife.
Re: Größenangaben von Socken in der Tabelle
Verfasst: Mo 12. Jan 2026, 22:17
von Bobo
Die Käppchenferse
besteht aus Fersenwand und Fersenkäppchen.
Die Fersenwand
wird im Allgemeinen über die Hälfte der Maschen des Schaftes als Rechteck gestrickt. Ausnahmen bestätigen die Regel.
Werden im Schaft mehr Maschen verwendet, um durch ein Muster bedingte fehlende Weite auszugleichen (wie Zopfmuster, Jacquardmuster), werden diese zu Beginn der Fersenwand abgenommen. Ist das Bein dick und wurden deshalb mehr Maschen verwendet, jedoch die Ferse ist schlank, kann ggf. auch hier die Stelle für notwendige Abnahmen sein.
Die in den Tabellen verwendete Regel funktioniert so:
Reihen für Fersenhöhe = Maschenzahl der Fersenbreite weniger 2
oder wer am Rand Krausrippen strickt und seine Maschen auf vier Nadeln verteilt hat:
eine Rippe weniger als Maschen auf einer Nadel
Das heißt z.B.:
Maschen pro Runde: 60
Maschen pro Nadel: 15
Maschen für Fersenwand: 30
Reihen für Fersenwand: 28
Krausrippen: 14
Die Höhe der Fersenwand ist lediglich ein Richtwert. Ein Orientierungspunkt für die Höhe der Fersenwand ist der Knöchel. Innen- und Außenknöchel sitzen ja nicht gleich hoch und eine Socke ist ein flexibles Teil. Beginn der Fersenwand etwa auf Knöchelhöhe ist ein ganz guter Orientierungspunkt.
Das Fersenkäppchen
wird benötigt, um die Ferse zu formen und die Strickrichtung zu ändern. Nach Fertigstellung des Käppchens geht es dann ja mit dem Fuß weiter.
Es gibt so einige unterschiedliche Arten das Käppchen zu stricken, für die unterschiedlichen Arten gibt es jede Menge Namen. Sie erfüllen aber alle den gleichen Zweck. Jedoch gibt es erhebliche Unterschiede in der Passform. So ist z.B. das dreiteilige Fersenkäppchen ein simples Rechteck, das an die Fersenwand angesetzt wird. Es ist, wahrscheinlich aufgrund der Einfachheit, das Fersenkäppchen, das viele Stricker und Strickerinnen aus ihrer Schulzeit kennen und das eigentlich jeder strickenden Oma bekannt war. Die Herzferse hat die Form eines Dreiecks, ist recht beliebt und sehr bekannt. Sie ist hinten ziemlich spitz und vorne eher breit. Unter dem Namen Hufeisenferse sind mir zwei ähnliche, aber dennoch unterschiedliche Fersenkäppchen bekannt. Sie sind beide hinten schön abgerundet, unterscheiden sich aber etwas in Länge und Breite. Eines davon wird bei Schachenmayr als "Vierteiliges Käppchen" bezeichnet.
Die Tabellen geben meist die Anweisungen für das dreiteilige Fersenkäppchen. (Mitunter auch als "Einfache Ferse" bezeichnet, doch auch dieser Name ist doppelt belegt.)
Die Berechnung für die Einteilung funktioniert so:
Maschenzahl der Fersenwand geteilt durch 3. Der Rest wird der Mitte zugeschlagen.
Z.B.:
Maschenzahl der Fersenwand (Fersenbreite): 30
30:3=10
Aufteilung 10/ 10/ 10
Maschenzahl der Fersenwand: 28
28:3=9 Rest 1 => 9+1=10
Aufteilung 9/ 10/ 9
Maschenzahl der Fersenwand: 32
32:3=10 Rest 2 => 10+2=12
Aufteilung 10/ 12/ 10
Über die mittleren Maschen wird glatt hin und her gestrickt. Dabei wird bei jeder Hinreihe die letzte mittlere Masche mit der ersten Masche des äußeren Teils rechts überzogen zusammengestrickt. Dann gewendet und die erste Masche links abgehoben.
Zum Ende der Rückreihe die letzte Masche des Mittelteils und die erste des Außenteils links zusammenstricken, wenden und die erste Masche links abheben.
Solange bis alle äußeren Maschen aufgebraucht sind.
Das ergibt von der glatt rechten Seite betrachtet ein Rechteck mit einer Kette links geneigter Abnahmen auf der linken Seite und einer Kette rechts geneigter Abnahmen auf der rechten Seite.
Re: Größenangaben von Socken in der Tabelle
Verfasst: Sa 24. Jan 2026, 22:19
von Bobo
Hier nochmal, wie die Einteilung der Socke in den klassischen Tabellen gemeint ist:
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In den üblichen deutschen Anleitungen, noch bevor es modern wurde, auf etwas anderem als einem Nadelspiel zu stricken, wird im Allgemeinen von einem Nadelspiel ausgegangen, bei dem die Maschen auf vier Nadeln verteilt werden und mit der fünften Nadel wird abgestrickt.
Dabei werden die Nadeln von eins bis vier durchgezählt, wobei der Rundenbeginn/ Rundenübergang am Anfang von Nadel 1/ zwischen Nadel 1 und 4 liegt. Dort ist die hintere Mitte der Socke, was sehr konsequent bis zur letzten Masche an der Sockenspitze beibehalten wird. Soll eine Mittelmasche, ein Nähtchen gestrickt werden, steht meist in der Anleitung, an welcher Stelle das liegen soll (oft am Rundenende auf Nadel 4).
Solange man ganz normal in Runden strickt, strickt man ja Spiralrunden. Immer nach einer vollen Runde kann man diese dann auch als solche zählen.
Doch nun kommen wir zur Ferse aus Fersenwand und Fersenkäppchen:
Diese Fersenart wird in Reihen gestrickt und zwar über die Maschen der Nadeln 1 und 4. Die Maschen der Nadeln 2 und 3 werden hierbei nicht bearbeitet. (Die Maschen der Nadeln 1 und 4 können zum Stricken der Ferse selbstverständlich auf eine Nadel gelegt werden, gezählt werden sie aber weiterhin in ihrer ursprünglichen Aufteilung. Die Maschen von Nadel 2 und 3 können, wenn gewünscht, auf einem Seil oder einem Hilfsfaden stillgelegt werden.)
Das bedeutet aber eines: dadurch, daß über die hintere Mitte in Reihen hinweggestrickt wird, werden immer halbe Reihen mit Versatz gestrickt:
Auf der rechten Seite der Arbeit die erste Reihe, Hälfte 1 (= Nadel 1).
Wenden.
Auf der linken Seite der Arbeit die zweite Reihe, Hälfte 1 (= Nadel 1)+ die erste Reihe, Hälfte 2 (= Nadel 4).
Wenden.
Auf der rechten Seite der Arbeit die zweite Reihe, Hälfte 2 (= Nadel 4).
Jetzt sind die ersten zwei Reihen fertig. (In der Skizze ist die Strickrichtung mit Pfeilen markiert.)
So befindet sich das Ende der Reihen weiterhin in der hinteren Mitte. Diesem Schema wird üblicherweise gefolgt, solange, bis Fersenwand und Käppchen fertiggestellt sind.
Je nach Käppchenform werden symmetrisch zur hinteren Mitte irgendeine Art verkürzter Reihen gestrickt, Maschen zusammengestrickt. Hierbei wird der bekannte Rhythmus beibehalten und es erfolgt, entsprechend der Anweisung je nach gewünschter Käppchenform, die erste Bearbeitung auf der rechten Seite der Arbeit auf Nadel 1 (in der Skizze bei a), die zweite Bearbeitung auf der linken Seite der Arbeit auf Nadel 4 (in der Skizze bei b). Zum Ende des Fersenkäppchens befindet man sich dann wieder in der hinteren Mitte und strickt von dort aus auf der rechten Seite der Arbeit in (Spiral-)Runden über alle vier Nadeln (1-2-3-4) weiter.
Soll beispielsweise eine verstärkte Fersenwand mit Hebemaschenmuster gestrickt werden, wo auf der rechten Seite der Arbeit abwechselnd eine Hebemasche und eine rechte Masche gestrickt werden, eventuell sogar im Versatz und auf der linken Seite dann alle Maschen drüber gestrickt, muß man einfach mogeln und mit dem Muster zu Beginn der Nadel 4 anfangen.
Re: Größenangaben von Socken in der Tabelle
Verfasst: Mo 26. Jan 2026, 10:39
von Delilah-Rose
Liebe Bobo, vielen Dank für deine ausführliche Erklärung. Ich stricke gerade die ersten Socken mit dem bunten Garn, gibt es irgend einen Trick, wie man damit 2 identische Socken stricken kann?
Re: Größenangaben von Socken in der Tabelle
Verfasst: Di 27. Jan 2026, 00:52
von Bobo
Das Garn, aus dem Du die Socken für Dein Enkelkind gestrickt hast? Die sind ja fast gleich. Geringfügige Abweichungen sind normal.
Bei Farbverlaufsgarnen oder selbstmusternden Garnen für Socken wiederholt sich die Abfolge der Farben/ Muster meist. Das heißt, man muß dann bei beiden Socken an der gleichen Stelle im Farbablauf anfangen. Also, bei der zweiten Socke bis dahin abwickeln. Mitunter kann das aber ein Problem sein. So muss die Garnmenge dafür ausreichen. Es kann auch leichte Abweichungen in der Abschnittslänge geben oder man strickt vielleicht nicht immer gleich fest, wodurch die verbrauchte Garnlänge abweicht. Auch sind in Garnknäueln herstellungsbedingt eine bestimmte Zahl Knoten pro Länge zulässig. Wenn also wo angeknotet werden musste, führt das mitunter zu Unterbrechungen/ Abweichungen in dem betroffenen Abschnitt.
Aus diesen Gründen arbeite ich bei solchen Garnen gerne mit zwei Knäueln (2 mal 50 Gramm oder 2 mal 100 Gramm, was dann für ein weiteres Paar Socken reicht). Zwei industriell hergestellte gleiche Knäuel fangen normalerweise auch mit der gleichen Stelle im Verlauf an. Oder ich teile das Knäuel, bevor ich es verstricke. Dabei kann man bei langen Verläufen dann auch gleich zählen, wie viele Rapporte es sind, um besser planen zu können und z.B. die Bündchen, Fersen und Spitzen dann lieber in einer Unifarbe zu stricken. Meist wickle ich mit einem Wollwickler, ab und zu aber auch von Hand. Auch mit dem Wickler lasse ich das Garn durch die Finger laufen. So finde ich schon vor dem Verstricken eventuelle Fehler im Garn. Meine Socken stricke ich sowieso gerne parallel. Da kann ich dann immer schnell reagieren, wenn etwas nicht passt. Das kann ich bei solchen Garnen nur empfehlen.
Dann gibt es noch die Farbverlaufs-/ selbstmusternden Garne, die mit einer Kontrastfarbe anfangen. Dieses Stück wird nicht gestrickt, sondern es dient als Hinweis, daß hier der Anfang der Farbfolge ist. Dieses Stück Kontrastfarbe gibt es dann ein weiteres Mal in der Knäuelmitte und kennzeichnet den Beginn der Farbfolge für die zweite Socke/ das zweite Strickstück.
Hier als Beispiel stricken mit der Regia Pairfect:
https://youtu.be/3Opadtja5-8?si=6fo2xaqA9Slp4uK_
Sie hat das Kontrastgarn und mustert natürlich superschön. Allerdings verwende ich sie nicht, da sie mich zu sehr einschränkt. (Man kann z.B. auch mehr oder weniger Maschen anschlagen, hat dann aber ein kürzeres oder längeres Bündchen und Schaft).
Ab Min 23:50 erzählt sie über das Stricken von Socken mit Farbverlaufsgarn und ihre Planung dafür:
https://youtu.be/gLp8cbkLX70?si=Due2StIx36RRUqsi