Antike Nähmaschine - "Hot oder Schrott"
Re: Antike Nähmaschine - "Hot oder Schrott"
Jetzt schwebst du bestimmt auf Wolke 7. Es sei dir auch gegönnt. Tolle Arbeit.

Re: Antike Nähmaschine - "Hot oder Schrott"
Toller Erfolg, du hast den ehemaligen Rostklumpen zu neuem Nähen (Leben) erweckt!! 
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rubberduck
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Re: Antike Nähmaschine - "Hot oder Schrott"
Hallo,
ganz zufrieden bin ich aber nicht: Es fehlt die Möglichkeit eine Spule mit Garn aufzuspulen.
Dessen "Garnitur" ist bestimmt im Laufe der Jahre "abhanden gekommen".
Aber ich denke zu wissen, wo diese mal befestigt war:
Der gelbe Pfeil zeigt ein Gewinde und der rote Pfeil einen Nippel. Dieses habe ich für die Befestigung des Adapters genommen.
Den Adapter habe ich aus 3mm Edelstahlblech gebogen, geflext und gebohrt und entsprechendes weiteres Teil von meiner "Schlachtmaschine".
Kein handwerkliches Highlight, funktioniert aber gut und dessen Bau hat kaum eine Stunde gedauert und kann mittels des Lösens bzw Festziehens nur einer Schraube von der Grundplatte demontiert bzw darauf montiert werden.
Mit bißchen Übung schaff ich bestimmt unter zehn Sekunden
Dieses Ganze habe ich absichtlich so gestaltet, daß man gleich sieht, daß es nie Original sein kann, sondern nur ein Provisorium ist, was in "Windeseile" rückstandslos demontierbar ist.
Grüsse.
ganz zufrieden bin ich aber nicht: Es fehlt die Möglichkeit eine Spule mit Garn aufzuspulen.
Dessen "Garnitur" ist bestimmt im Laufe der Jahre "abhanden gekommen".
Aber ich denke zu wissen, wo diese mal befestigt war:
Der gelbe Pfeil zeigt ein Gewinde und der rote Pfeil einen Nippel. Dieses habe ich für die Befestigung des Adapters genommen.
Den Adapter habe ich aus 3mm Edelstahlblech gebogen, geflext und gebohrt und entsprechendes weiteres Teil von meiner "Schlachtmaschine".
Kein handwerkliches Highlight, funktioniert aber gut und dessen Bau hat kaum eine Stunde gedauert und kann mittels des Lösens bzw Festziehens nur einer Schraube von der Grundplatte demontiert bzw darauf montiert werden.
Mit bißchen Übung schaff ich bestimmt unter zehn Sekunden
Dieses Ganze habe ich absichtlich so gestaltet, daß man gleich sieht, daß es nie Original sein kann, sondern nur ein Provisorium ist, was in "Windeseile" rückstandslos demontierbar ist.
Grüsse.
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- ravemachine
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Re: Antike Nähmaschine - "Hot oder Schrott"
Gute Idee, das ist das i-Tüpfelchen. 
So gibt es die Saxonia kein zweites mal.
So gibt es die Saxonia kein zweites mal.
Viele Grüße
Paul
Paul
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rubberduck
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Re: Antike Nähmaschine - "Hot oder Schrott"
Hallo,
nur paar Bilder machen, dachte ich sei ausreichend!
Aber nicht für mich - ich will auch das Ende des Spulens wissen!
Sonst kann ich bestimmt die ganze Nacht nicht schlafen
Also bin ich wieder in die Werkstatt!
Da "Schnell -Schnell" doof ist, hab ich mir ein wenig Zeit gelassen für das Video:
Ihr seht, wie ich die "Garnitur" für´s Spulen einraste, dann wie dessen Reibrad justiert wird und wie dann der Faden über die Spule läuft. Danach eigentlich alles sehr langweilig, aber für mich spannend, ob die automatische Abschaltung auch funktioniert und wie der Faden aufgewickelt wird.
Aber seht selber:
Das Aufspulen ist - wenn man es um das Ausnutzen der möglichen spulbaren Fadenlänge geht - noch nicht optimal. Bedenkt man aber, daß zu dessen wahrscheinlicher Konstruktion/ Produktion noch nie ein Mensch geflogen ist und es auch keine "Automobile" gab, ist dessen Spulen - insbesondere dessen Qualität - als "herausragend" zu bewerten!!!!!
Grüsse.
nur paar Bilder machen, dachte ich sei ausreichend!
Aber nicht für mich - ich will auch das Ende des Spulens wissen!
Sonst kann ich bestimmt die ganze Nacht nicht schlafen
Also bin ich wieder in die Werkstatt!
Da "Schnell -Schnell" doof ist, hab ich mir ein wenig Zeit gelassen für das Video:
Ihr seht, wie ich die "Garnitur" für´s Spulen einraste, dann wie dessen Reibrad justiert wird und wie dann der Faden über die Spule läuft. Danach eigentlich alles sehr langweilig, aber für mich spannend, ob die automatische Abschaltung auch funktioniert und wie der Faden aufgewickelt wird.
Aber seht selber:
Das Aufspulen ist - wenn man es um das Ausnutzen der möglichen spulbaren Fadenlänge geht - noch nicht optimal. Bedenkt man aber, daß zu dessen wahrscheinlicher Konstruktion/ Produktion noch nie ein Mensch geflogen ist und es auch keine "Automobile" gab, ist dessen Spulen - insbesondere dessen Qualität - als "herausragend" zu bewerten!!!!!
Grüsse.
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rubberduck
- Beiträge: 313
- Registriert: Do 27. Jun 2024, 15:28
Re: Antike Nähmaschine - "Hot oder Schrott"
ravemachine hat geschrieben: ↑Do 30. Jul 2026, 20:28rubberduck hat geschrieben: ↑Mi 29. Jul 2026, 19:00
Ein "A" oder "B" habe ich bei meinen Recherchen des Öfteren gefunden: Es bezeichnet die Größe der Maschine: A=klein und B=groß.
Bei den deutschen Langschiff-Nähmaschinen handelt es sich um Klone der Singer Langschiff-Nähmaschine "New Family Machine" / "Class 12" (Neue Familien Nähmaschine / Klasse 12), die 1865 auf den Markt kam.
Singer_12_1874_01_IMG_3968.JPG
Singer New Family Machine, Bj. 1874
Sie war die Weiterentwicklung der 1859 eingeführten "Family Machine" / "Letter A" (Familien Nähmaschine / Buchstabe A).
Singer_Letter-A_1859.jpg
Das Konzept Buchstaben als Typenbezeichnung zu verwenden, wurde mit Beginn der Massenfertigung ab ca. 1870 von sämtlichen deutschen Nähmaschinenfabrikanten übernommen, bis schließlich um 1900 die Nähmaschinen-Modelle Nummern erhielten.
Die Singer "Letter A" war zu diesem Zeitpunkt bereits veraltet und so kam es, dass nicht der Nachbau der ursprünglichen Singer Familien Nähmaschine "Letter A", sondern deren Nachfolger "New Family Machine" in unserem Land den Buchstaben "A" als Typenbezeichnung bekam.
Pfaff_A_.jpg
Pfaff "A"
Um mehr Durchgangsraum zu gewinnen, wurde bei gleicher Grundplatte der Arm höher ausgeführt. Die Singer "Family High-Arm" / "Model 48".
Singer 48K.jpg
Deren Klone wurden in Deutschland als "B" bezeichnet.
Duerkopp_2_Familien-B-Maschine.jpg
Dürkopp No.2 Familien-B-Maschine
Die Langschiff-Nähmaschine gab es ab 1870 für Schneider und Schneiderinnen in einer etwas gößeren Ausführung. Die Singer "Medium" / "Class 13".
Singer_Medium_1870.jpg
Die Klone dieses mittelgroßen Modells wurden ebenfalls "Medium" genannt.
Duerkopp_2-5_Medium.jpg
Dürkopp No. 2-5, Medium-Maschine
Die große Schneider-Nähmaschine bekam die Bezeichnung "Titania"
Duerkopp_2-11_Titania.jpg
Dürkopp No. 2-11 Titania-Maschine
Ein Exot unter den Langschiff-Nähmaschinen war die Singer "Patent Cylinder" Handwerker-Nähmaschine.
Hier zu sehen ist der Dürkopp-Klon in einer Annonce von 1882:
Duerkopp_Patent_Singer_Cilinder_1882_.jpg
Hallo Paul,
ich habe verstanden: Du nennst es nett "Klone" - man könnte dazu auch die Auffassung haben, daß "gnadenlos" kopiert wurde oder es sogar "Produktpriaterie" ist!
Aber in allen von dir dargestellten Originalen (Singer) gibt es keine mit tiefsitzendem Handrad - vielleicht eine, wo man aber auch bei dessen Zeichnung denkt, daß das Handrad krumm ist.
Mit der Annahme, daß die Zeichnung einfach nur schlecht ist, hat Singer nie eine Nähmaschine mit tiefsitzendem Handrad gebaut !!!???
Aber warum wurden diese Nähmaschinen mit unten angebrachtem Handrad überhaupt gebaut!?
Dessen Einbindung in einen mit Fußbetrieb befindlichen Nähtisch ist mit gravierenden Änderungen Dessen nur möglich - eigentlich verbleibt sowas nur als "Handkurbelbetrieb".
Ich denke, daß es einfach nur um´s Geld und die Marge am verkauften Produkt geht mit dem "Lastenheft": Riemenantrieb möglich, was die Rille am Handrad darstellt.
Und tatsächlich ist dessen technischer Aufwand wesentlich geringer als auf der oberen Welle aufgestecktes Handrad, was dann mittels Handkurbel versehen wird.
Und viel genannter "gusseisener Sockel" ist nicht mehr als "Irgendwas", was aus "Irgendwas" mit möglichst wenig Materialaufwand gepresst wurde.
Tja, betrachtet man es recht ehrlich, so ist meine Nähmaschine ein Beispiel dafür, wie man damals "Geld verdient hat" - bescheißen!
Grüsse.
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Re: Antike Nähmaschine - "Hot oder Schrott"
Nähmaschinen mit tiefliegendem Handrad basieren auf der Ansteuerung der Nadelstange durch eine Kurvenwalze. Diese saß auf der Greiferwelle - angetrieben durch das deshalb tiefere Handrad.rubberduck hat geschrieben: ↑Mo 3. Aug 2026, 23:15 Aber warum wurden diese Nähmaschinen mit unten angebrachtem Handrad überhaupt gebaut!?
Die Auf- und Abwärtsbewegung der Nadelstange wurde über eine Kurven-Steuerwalze und ein zusätzliches Gelenk realisiert.
Später kamen andere Funktionen hinzu.
Bekannte Vertreter dieser Bauart sind z.B. Union Special, Willcox&Gibbs sowie Wheeler&Wilson, Phönix als Lizenzbauer und später mit einer eigenen Nähmaschine, der Phönix "C", Grossmann in Dresden etc.
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- ravemachine
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Re: Antike Nähmaschine - "Hot oder Schrott"
rubberduck hat geschrieben: ↑Mo 3. Aug 2026, 23:15
Mit der Annahme, daß die Zeichnung einfach nur schlecht ist, hat Singer nie eine Nähmaschine mit tiefsitzendem Handrad gebaut !!!???
Aber warum wurden diese Nähmaschinen mit unten angebrachtem Handrad überhaupt gebaut!?
Dessen Einbindung in einen mit Fußbetrieb befindlichen Nähtisch ist mit gravierenden Änderungen Dessen nur möglich - eigentlich verbleibt sowas nur als "Handkurbelbetrieb".
Ich denke, daß es einfach nur um´s Geld und die Marge am verkauften Produkt geht mit dem "Lastenheft": Riemenantrieb möglich, was die Rille am Handrad darstellt.
Und tatsächlich ist dessen technischer Aufwand wesentlich geringer als auf der oberen Welle aufgestecktes Handrad, was dann mittels Handkurbel versehen wird.
Und viel genannter "gusseisener Sockel" ist nicht mehr als "Irgendwas", was aus "Irgendwas" mit möglichst wenig Materialaufwand gepresst wurde.
Tja, betrachtet man es recht ehrlich, so ist meine Nähmaschine ein Beispiel dafür, wie man damals "Geld verdient hat" - bescheißen!
Grüsse.
Um die die kopierten Nähmaschinen richtig einordnen zu können müssen wir die damalige Zeit verstehen. Mit Beginn der Industrialisierung, um 1850-1870 gab es überwiegend nur relativ kleine Manufakturen und das Markenrecht war noch nicht erfunden. Es war in dieser Zeit durchaus üblich, dass ein Fabrikant anderen Herstellern beim Nachbau der eigenen Produkte behilflich war. Er war stolz auf das einene Produkt und es gab genügend Nachfrage, die man selbst nicht komplett befriedigen konnte.
Das änderte sich in der zweiten Phase der indutrialisierung ab ca. 1870. Nun gab es durch den massiven Einsatz der Dampfmaschine die Massenproduktion, wie wir sie heute kennen. Der damit einhergehende Konkurenzdruck der Firmen ließ zunächst in Amerika das Branding und dann auch auf dem alten Kontinent, ab den 1880er Jahren, das Markenrecht aufkommen.
Im Fall Deiner Nähmaschine kann daher noch nicht von Produktpiraterie gesprochen werden. Du kannst sie also wieder lieb haben.
Das herabgesetzte Handrad, im Fall der Saxonia, ist dem Zahnradantrieb geschuldet, wie er zu Beginn des Nähmaschinenbaus durchaus üblich war.
Die erste Singer.Nähmaschine von 1851 ist dafür ein gutes Beispiel.
In der Regel wurden die Saxonias im Handbetrieb eingesetzt.
Durch die günstige Fertigung waren diese Nähmaschinen für den Export prädestiniert.
Der heimische Markt war schon etwas kaufkäftiger und anspruchsvoller.
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Viele Grüße
Paul
Paul
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rubberduck
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Re: Antike Nähmaschine - "Hot oder Schrott"
Hallo,
das Einstellen der "Steuerzeiten" war sehr müßig und zeitaufwendig. Aber es ist eigentlich super einfach, wenn man weiß, wie´s geht.
Als ich die Steuerzeiten ordentlich eingestellt hatte, habe ich mir gedacht, daß es irgendwas "Einfaches" geben muß, wie damals die Steuerzeiten eingestellt wurden.
Als erstes habe die funktionierende Einstellung markiert und dokumentiert und dann alles mögliche und unmögliche an "Einfachem" ausprobiert.
Und ich bin fündig geworden! Im folgendem Video plaudere ich ein wenig "aus dem Nähkästchen".
https://youtube.com/shorts/Lk6s6Z3hG0o
https://share.icloud.com/photos/031JYn3 ... kBNRaNLrEg
Grüsse.
das Einstellen der "Steuerzeiten" war sehr müßig und zeitaufwendig. Aber es ist eigentlich super einfach, wenn man weiß, wie´s geht.
Als ich die Steuerzeiten ordentlich eingestellt hatte, habe ich mir gedacht, daß es irgendwas "Einfaches" geben muß, wie damals die Steuerzeiten eingestellt wurden.
Als erstes habe die funktionierende Einstellung markiert und dokumentiert und dann alles mögliche und unmögliche an "Einfachem" ausprobiert.
Und ich bin fündig geworden! Im folgendem Video plaudere ich ein wenig "aus dem Nähkästchen".
https://youtube.com/shorts/Lk6s6Z3hG0o
https://share.icloud.com/photos/031JYn3 ... kBNRaNLrEg
Grüsse.
Zuletzt geändert von rubberduck am Fr 7. Aug 2026, 14:00, insgesamt 1-mal geändert.