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Re: Pfaff 24 - ???

Verfasst: Mi 28. Jan 2026, 14:38
von rubberduck
Hallo Heinrich,



ich versuch mal dessen Funktion zu beschreiben: Im Unteren befindet sich ein Hebel, der sich je nach Wahl der Stichlänge entsprechend mehr oder weniger nach oben und unten bewegt. Dieser bewegt einen Klemmschuh, der bei der Abwärtsbewegung "offen" ist und bei der Aufwärtsbewegung "schließt" und somit den Ring des Transporteurs bewegt.
Von aussen ist es die mit rotem Pfeil gekennzeichnete Stelle im nachfolgendem Bild
IMG_1680a.jpg

Damit man genau sieht, wie der Transporteur arbeitet, hier auch noch ein Video, welches ich mal erstellt hatte, um die Nahtbildung mittels durchsichtigem Nähgut darzustellen.




Ich hoffe deine Frage ausreichend beantwortet zu haben.



Grüsse.

Re: Pfaff 24 - ???

Verfasst: So 8. Feb 2026, 17:36
von rubberduck
Hallo,


ich habe am Wochenende einen Anschiebetisch gebaut.
IMG_1787.JPG
IMG_1792.JPG

Grüsse.

Re: Pfaff 24 - ???

Verfasst: So 15. Feb 2026, 19:26
von rubberduck
Hallo,



jetzt nach einigem Nähen ist mir die Nähgeschwindgkeit immer noch zu schnell. Da ich schon eine sehr kleine Riemenscheibe am Antriebsmotor verwendet habe, muß die obere Riemenscheibe größer werden.

Verwendet habe ich dafür eine Distanzscheibe aus dem PKW Tuning Bereich.
IMG_1817.JPG

Innen habe ich einen Absatz gedreht, so daß die Scheibe über die zum Handrad gehörende Riemenschiebe übergeschoben werden kann. Die Befestigung habe ich dann mittels zweier M12-Schraube getätigt.
Anschließend habe ich noch die Keilriemennut gedreht.
IMG_1822.JPG

Als Riemen habe ich einen "Gummiriemen" verwendet, wo man dessen Enden erwärmt und dann zusammendrückt. Wider Erwarten hat es gut geklappt und scheint auch gut zu funktionieren.
IMG_1859.JPG
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Danach habe ich Nähmaschine für das nächste Nähprojekt "eingenäht" - was ein wenig Geduld erforderte.


Hier dessen Ergebnisse mit dem Nähen mit noch kleinerer möglicher Nähgeschwindigkeit in Verbindung mit dem "Gummiriemen":



Beide Änderungen möchte ich als positiv bezeichnen und den "Gummiriemen" besonders hervorheben, da dieser wesentlich mehr Grip hat als der Lederriemen und damit nerviges "von Hand andrehen" bei rutschendem Lederriemen entfällt.



Grüsse.

Re: Pfaff 24 - ???

Verfasst: Do 19. Feb 2026, 20:53
von rubberduck
Hallo,


als ich die Nähmaschine aufbaute, mußte ich einen Teil der oberen Welle nachfertigen und mit der originalen Welle verbinden.

Als Test hatte ich mit folgendes überlegt:
rubberduck hat geschrieben: Mo 29. Sep 2025, 23:24 Hallo,


ich habe mir schon überlegt, wie ich "Mißbrauch" tätigen werde um die Pfaff zu testen:

Sie bekommt "Dickleder bis unter die Kiemen" und ich werde sie in "voller Fahrt" in einen Bereich fahren, wo ich zwischen das Dickleder ein wenig Dünnblech lege, was durchaus ein "vergessenen abgemachtes Schild" sein könnte bei sowas und schaue, was passiert.
Cool wäre, sie näht das Blech, normal bricht einfach die Nadel und doof wäre es, wenn die Welle bricht.


Grüsse.
Getraut habe ich sowas bis heute nicht!

Aber "unverhofft kommt oft"!

Ich war beim Nähen und es gab ein metallisches Geräusch, die Nähmaschine war schlagartig fest und der Urethanriemen rutschte auf der Riemenscheibe. Die Ursache war schnell gefunden: Die Spitze des Greifers war abgebrochen und hat alles verklemmt.
IMG_1908.JPG
Man könnte sich darüber ärgern, daß ein vielleicht über 100 Jahre altes Teil kaputt gegangen ist. Ich sehe den Vorfall eher als Ersatz meines angestrebten Belastungstest für die Welle.


Grüsse.

Re: Pfaff 24 - ???

Verfasst: Do 19. Feb 2026, 21:17
von Makatea
Ein Greifer zerbricht doch nicht einfach so?

Klar, im Greifer, das ist ernsthaft gehärteter Stahl, der eher hart als elastisch ist, aber bei normaler Beanspruchung sollte das nicht passieren.

Hast Du eine nachvollziehbare Erklärung, wie das passieren konnte?

Du hast Dir ja eine sehr drehmomentstarke Motorisierung gebaut, ist da irgendwas mit dem timing schiefgegangen?

Da ist doch sicher die Nadel mit Vollgas auf die Greiferspitze geknallt, was eigentlich nie passieren sollte.

Ich kann mir nicht vorstellen, wie sonst derartige Kräfte im Greiferbereich eingetragen werden können.

Re: Pfaff 24 - ???

Verfasst: Fr 20. Feb 2026, 01:58
von inch
Vielleicht hatte der Ringgreifer eine Materialermüdung, Mikro-Riss?
Immerhin ist er schon sehr alt.
Ärgerlich ist es allemal, ich habe auch solch einen Greifer in der Schublade von der Pfaff 28 liegen...leider.
Spätestens beim Einbau des Ersatzgreifers wird sich zeigen, ob sich das Greifer-Timing verstellt hatte, oder nicht.

Re: Pfaff 24 - ???

Verfasst: Fr 20. Feb 2026, 08:08
von WoVo
Kontrollier in jedem Falle bitte die Schiffchenbahn, es kann passieren, daß das Ringschiffchen am Nadelausschnitt einhakt wenn das Laufspiel zu groß oder der Treiber verschlissen ist.

Ringschiffchen hätte ich sonst noch eines abzugeben.

Edit:Typo

Re: Pfaff 24 - ???

Verfasst: Mo 23. Feb 2026, 17:42
von rubberduck
Hallo,



Ursachen des Greiferbruchs:

1. Greifer:
Ich habe den defekten Greifer in meine andere Pfaff 24 eingebaut, um dessen eventuellen Verschleiß bewerten zu können. Tatsächlich bewegte er sich "klapperiger" als der Dortige im direkten Vergleich. Gleiches Ergebnis bei der jetzt defekten Pfaff. Auch habe ich festgestellt, daß der Greifer meiner anderen Pfaff wohl nicht mehr der originale ist - zumindest fand sich dort kein "Pfaff-Label".
Mindestens unterlag der defekte Greifer schon einem merklichem Verschleiß, wobei ich nicht beurteilen kann, ob das Verschleiß maß schon überschritten war.
2. Antriebwelle für den Greifer:
Beim Zusammenbau hatte ich die Welle so eingestellt, daß es kein spürbares axiales Spiel gab. Jetzt stellte ich fest, daß spürbares axiales Spiel vorhanden ist. Wahrscheinlich hat sich alles gut eingelaufen und es hat sich dadurch das Spiel entwickelt.
3. Nadelstange:
Im Resume betrachtet fiel mir schon immer auf, daß die Nadelspitze ein wenig zu weit rechts einsticht, widmete mich dem aber nicht weiter, da ich dachte es wäre ... . Und dieses ... hätte ich weiter hinterfragen müssen. Jetzt habe ich es getan! Nach folgendes Video entstand mit akribisch gereinigter Aufnahme für die Nähnadel und neuer Nähnadel. Gleiches Ergebnis war auch mit fünf weiteren neuen Nähnadeln reproduzierbar, was ich tätigte um eine eventuell neue "krumme" Nähnadel auszuschließen!
IMG_1912.MOV
Es ist anzunehmen, daß die Nadelstange ein wenig krumm sein muß und das auch schon beim Zusammenbau der Nähmaschine.


Ich vermute, daß sich durch "Einlaufen" der Nähmaschine - insbesondere der Antriebswelle für der Greifer und der vorher stark korrodierte Greifer selbst - "Spiel" entwickelt hat, wodurch der Abstand zwischen Greiferspitze und Nähnadel immer geringer wurde bis über das "nur Touchieren" hinaus, was ich leider nicht bemerkte.
Grund/Schuld könnte der Motorantrieb sein und speziell die letztgetätigte Drehzahlreduzierung der Nähgeschwindigkeit mit nahezu schlupffreiem Riemenantrieb - also auch mehr Drehmoment mit viel, viel , viel späteren Durchrutschens des Riemens.
Die wahrscheinlich anfänglich manchmal auftretenden leichten Schläge der Nähnadel auf die Greiferspitze wurden immer mehr und wesentlich heftiger bis zu dessem Versagen.

Also ganz klar mein Versagen nach dem Zusammenbau nicht in kurzen Intervallen Überprüfungen durchzuführen!!!


Was mich bei Allem erfreut hat: Die obere Welle, welche gebrochen war und ich Fehlendes neu gedreht habe und mit der originalen Welle verbunden habe, hat keinen Schaden genommen. Auch haben sich nicht die "Steuerzeiten" - also Position Greifer zu Nadel - verstellt.
Durch den jetzigen Defekt, wo die Nähmschine "von jetzt auf gleich" stillstand, werte ich dessen Reparatur als erfolgreich! biggrin


So, aber wie geht´s weiter: Natürlich muß das Axialspiel der Welle für den Greifer eingestellt werden, was wahrscheinlich eine Teilzerlegung der Nähmaschine erfordert.

Aber ich habe schon eine recht pragmatische Lösung gefunden, damit die Pfaff 24 erstmal einsatzbereit bleibt - da ich sie brauche. Da es bezüglich des Fadens kaum Probleme gab, daß die Nadel mit Faden sogar rechts am "Loch" streifte, hab ich ein Provisrium getätigt, daß sie jetzt sehr weit links einsticht, aber ohne Touchieren des "Lochs", womit dann ein ausreichender Abstand zwischen Nadel und Greiferspitze gewährleistet ist.

Ich habe im unteren Bereich der Nadel, wo sie befestigt wird ein wenig Klebeband gewickelt und es funktioniert:
IMG_1913.JPG
IMG_1912.MOV


Wie ich bezüglich der krummen Nadelstange verfahre, weiß ich noch nicht so recht, aber ich könnte mir vorstellen, die "Rille" in der Nadelstange, wo die Nadel geführt wird, so abzuändern (Dremel), daß die Nadel mitteig ins "Loch" sticht.



Grüsse.

Re: Pfaff 24 - ???

Verfasst: Mo 23. Feb 2026, 18:24
von DerRestaurator
Die Nadelstange dürfte ja eigentlich nicht so wahnsinnig hart sein, da wäre Richten ja eine Option. Erstmal wäre natürlich wichtig, wo der Knick ist, aber das ließe sich ja relativ einfach auf zwei Prismen mit einem Taster oder einer Messuhr ermitteln. Das geht zur Not ja auch mit Holzprismen und Drahtzeiger...

Re: Pfaff 24 - ???

Verfasst: Mo 23. Feb 2026, 19:33
von rubberduck
Hallo DerRestaurator,


der "Knick" in der Nadelstange wird kaum mehr als paar zehntel Millimeter sein. Was nützt es zu wissen wo, wenn für´r Richten dadurch ein großer meßtechnischer Aufwand betrieben werden muß und: Ich denke, daß sich nach über 100 Jahren eine Welle nicht mehr "verbiegen" lassen wird, sondern eher bricht!

Danke für deinen Beitrag.


Grüsse.