Hallo,
Ursachen des Greiferbruchs:
1. Greifer:
Ich habe den defekten Greifer in meine andere Pfaff 24 eingebaut, um dessen eventuellen Verschleiß bewerten zu können. Tatsächlich bewegte er sich "klapperiger" als der Dortige im direkten Vergleich. Gleiches Ergebnis bei der jetzt defekten Pfaff. Auch habe ich festgestellt, daß der Greifer meiner anderen Pfaff wohl nicht mehr der originale ist - zumindest fand sich dort kein "Pfaff-Label".
Mindestens unterlag der defekte Greifer schon einem merklichem Verschleiß, wobei ich nicht beurteilen kann, ob das Verschleiß maß schon überschritten war.
2. Antriebwelle für den Greifer:
Beim Zusammenbau hatte ich die Welle so eingestellt, daß es kein spürbares axiales Spiel gab. Jetzt stellte ich fest, daß spürbares axiales Spiel vorhanden ist. Wahrscheinlich hat sich alles gut eingelaufen und es hat sich dadurch das Spiel entwickelt.
3. Nadelstange:
Im Resume betrachtet fiel mir schon immer auf, daß die Nadelspitze ein wenig zu weit rechts einsticht, widmete mich dem aber nicht weiter, da ich dachte es wäre ... . Und dieses ... hätte ich weiter hinterfragen müssen. Jetzt habe ich es getan! Nach folgendes Video entstand mit akribisch gereinigter Aufnahme für die Nähnadel und neuer Nähnadel. Gleiches Ergebnis war auch mit fünf weiteren neuen Nähnadeln reproduzierbar, was ich tätigte um eine eventuell neue "krumme" Nähnadel auszuschließen!
IMG_1912.MOV
Es ist anzunehmen, daß die Nadelstange ein wenig krumm sein muß und das auch schon beim Zusammenbau der Nähmaschine.
Ich vermute, daß sich durch "Einlaufen" der Nähmaschine - insbesondere der Antriebswelle für der Greifer und der vorher stark korrodierte Greifer selbst - "Spiel" entwickelt hat, wodurch der Abstand zwischen Greiferspitze und Nähnadel immer geringer wurde bis über das "nur Touchieren" hinaus, was ich leider nicht bemerkte.
Grund/Schuld könnte der Motorantrieb sein und speziell die letztgetätigte Drehzahlreduzierung der Nähgeschwindigkeit mit nahezu schlupffreiem Riemenantrieb - also auch mehr Drehmoment mit viel, viel , viel späteren Durchrutschens des Riemens.
Die wahrscheinlich anfänglich manchmal auftretenden leichten Schläge der Nähnadel auf die Greiferspitze wurden immer mehr und wesentlich heftiger bis zu dessem Versagen.
Also ganz klar mein Versagen nach dem Zusammenbau nicht in kurzen Intervallen Überprüfungen durchzuführen!!!
Was mich bei Allem erfreut hat: Die obere Welle, welche gebrochen war und ich Fehlendes neu gedreht habe und mit der originalen Welle verbunden habe, hat keinen Schaden genommen. Auch haben sich nicht die "Steuerzeiten" - also Position Greifer zu Nadel - verstellt.
Durch den jetzigen Defekt, wo die Nähmschine "von jetzt auf gleich" stillstand, werte ich dessen Reparatur als erfolgreich!
So, aber wie geht´s weiter: Natürlich muß das Axialspiel der Welle für den Greifer eingestellt werden, was wahrscheinlich eine Teilzerlegung der Nähmaschine erfordert.
Aber ich habe schon eine recht pragmatische Lösung gefunden, damit die Pfaff 24 erstmal einsatzbereit bleibt - da ich sie brauche. Da es bezüglich des Fadens kaum Probleme gab, daß die Nadel mit Faden sogar rechts am "Loch" streifte, hab ich ein Provisrium getätigt, daß sie jetzt sehr weit links einsticht, aber ohne Touchieren des "Lochs", womit dann ein ausreichender Abstand zwischen Nadel und Greiferspitze gewährleistet ist.
Ich habe im unteren Bereich der Nadel, wo sie befestigt wird ein wenig Klebeband gewickelt und es funktioniert:
IMG_1913.JPG
IMG_1912.MOV
Wie ich bezüglich der krummen Nadelstange verfahre, weiß ich noch nicht so recht, aber ich könnte mir vorstellen, die "Rille" in der Nadelstange, wo die Nadel geführt wird, so abzuändern (Dremel), daß die Nadel mitteig ins "Loch" sticht.
Grüsse.