Vielen Dank für die Nachfrage, Delilah-Rose.
Mein Gehirn will manchmal nicht so, wie ich es gerne hätte, deshalb bin ich eher ein visueller Typ und komme mit Videos oft besser klar. Das eigentliche Entwickeln und Designen aus der Produktentwicklung klappt dafür ganz gut – auch wenn es manchmal etwas länger dauert. Aber ich habe es ja nicht eilig.
Jetzt kommt erstmal der Sommer, deshalb stehen demnächst ein paar Hoodies, einige T-Shirts und hoffentlich bald auch meine erste Hose auf dem Plan.
Vor kurzem hat mich ein Freund gebeten, die Abschwitzdecke des Pferdes seiner Frau zu reparieren. Sie hatte einen Riss und außerdem sollten neue Schnallen angenäht werden. Das stellte sich als deutlich schwieriger heraus als gedacht – selbst mit der Pfaff 90. Die Gurte sind etwa 4 mm dick und ziemlich hart, und selbst mit dem Handrad war das teilweise recht anstrengend. Aber am Ende hat es funktioniert.
Zusätzlich kam noch der Wunsch nach einer Schnallengarage bzw. einem gepolsterten Schnallenschutz, damit die Schnallen nicht auf der Haut reiben und Wunden verursachen. Außerdem sollen sie sich nicht an Hecken, Sträuchern oder Heuballen verhaken, wodurch das Pferd in Stress geraten könnte.
Der Begriff „Schnallengarage“ ist mir dabei irgendwann einfach eingefallen, weil die Schnalle darin quasi „parkt“ und geschützt ist. Ob es dafür einen offiziellen Begriff gibt, weiß ich ehrlich gesagt nicht. Mir erschien das aber als ganz passende Beschreibung.
Das war dann die eigentliche Herausforderung. Ich habe ungefähr zwei Wochen daran entwickelt und insgesamt sechs Prototypen genäht. Dabei habe ich verschiedene Maße, Schnittformen, Stoffe und Garne getestet.
Unter anderem habe ich mit:
- unterschiedlichen Breiten und Längen der Schnallengaragen,
- verschiedenen Filz, Fleece-Varianten und Einlagen,
- sowie mit mehreren Garnstärken und Garnarten experimentiert.

Einige Kombinationen haben sich allerdings als ungeeignet herausgestellt – entweder war die Stabilität nicht ausreichend oder das Material hat sich beim Nähen bzw. später im Gebrauch ungünstig verhalten.

Das größte Problem war der doppelte, sehr dehnbare Fleece, der sich beim Nähen immer weiter verzogen hat. Meine Maschinen haben leider keinen einstellbaren Nähfußdruck, wodurch sich der Stoff zusätzlich gestreckt hat. Leider bin ich erst relativ spät auf die Idee gekommen, Jerseynadeln zu verwenden.

Am liebsten hätte ich die Teile mit der Overlock genäht und anschließend abgesteppt, aber dort fehlt mir aktuell die Fadenanzugsfeder, die ich bisher nirgends als Ersatzteil finden konnte. Selbst wickeln habe ich noch nicht geschafft.

Im Moment passen die Schnallengaragen zwar und sind nutzbar, aber perfekt sind sie noch nicht. Das ist erst mal Version 1.0 und muss sich jetzt im Alltag bewähren. Ich gehe aber davon aus, dass sie ihren Zweck erfüllen werden.
Bilder reiche ich natürlich noch nach.