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Re: Antike Nähmaschine - "Hot oder Schrott"

Verfasst: Mo 13. Jul 2026, 19:46
von rubberduck
Hallo,


letzte Woche war "schraubertechnisch" ein Fiasko. Nichts hat wirklich "gepflutscht" und dann kam noch eigene Blödheit dazu: "Ich wollte mal eben schnell...", obwohl ich genau weiß, daß "mal eben schnell" immer "in die Hose geht!" und so ist es auch passiert.
Mein Gesagtes habe ich dann sogar teilweise bis vollständig gelöscht.
Paar Fragmente blieben allerdings als Zitat erhalten. Und die dazu getätigten Beiträge haben mich nach paar Tagen "zum Weitermachen" motiviert.

Am Sonntag nachmittag habe ich dann weitergemacht und erstmal was "gebaut", was einfach ist und wo schnell ein Erfolg sichtbar ist: Ich habe aus einem Stück Brennholz einen Drehknauf gedreht/gedrechselt!
IMG_2371.JPG
IMG_2372.JPG

Und heute nach #Feierabend habe ich mich wieder der oberen Welle gewidmet. Auf das Kurvenrad habe ich ein neues Lager verbaut und die Kurvenscheibe ein wenig nachgearbeitet, damit alles möglichst leichtgängig aber spielfrei ist.
IMG_2379.JPG

Auch habe ich schon das Kegelrad mit verbaut und die Welle antriebsseitig mit Paßscheiben versehen für einen groben axialen Ausgleich. Ebenfalls habe ich gleiches beim Antriebsrad getätigt.
IMG_2376.JPG
IMG_2377.JPG

Für den Einbau der "anderen" Kurvenscheibe benötigte ich ca. 2mm mehr "axialen Platz" im "Nähkopf". Um die obere Welle bezüglich der Länge original zu belassen, mußte sie ein wenig Richtung Antrieb "wandern" und dessen "Spiel" mit Scheiben ausgeglichen werden, was man im letzten Bild recht gut sieht.
Das Verwenden von dortigen Scheiben geschah also nicht, weil ich die "Verzapfung" mittels Keilsplint im Nähkopf nicht richtig positioniert habe, sondern um die obere Welle bezüglich der Länge nicht kürzen zu müssen!

Und natürlich habe den selbstgebauten Drehknauf verbaut. Zwar keine Schönheit geworden, aber funktioniert gut!
IMG_2378.JPG


Und es hat gepflutscht!





Die Nadelstange muß noch ein wenig mehr geschliffen werden, da sie beim Anziehen immer noch ein wenig klemmt. Aber DAS mach ich in Ruhe morgen oder übermorgen - also "keine mal eben schnell Aktionen" biggrin


Danach muß die Nähfuß-Stange komplett eingebaut werden um die Nadelstange auf das richtige Maß zu kürzen.
Das richtige Maß ist: Bei hochstelltem Nähfuß darf die Nadelstange im tiefsten Punkt den Nähfuß nicht berühren!


Und vieles Anderes ist auch noch zu machen!


Aber heute war ein guter Tag!

Re: Antike Nähmaschine - "Hot oder Schrott"

Verfasst: Mo 13. Jul 2026, 20:33
von rubberduck
So, was Anderes:


Ich habe mir die "Seriennummer" mal genauer angeschaut.
seriennummer groß.jpg

Die ersten beiden "Zweien" sehen identisch aus. Bei der Dritten "2" (7. Ziffer) ist der horizontale "Unterstrich" länger.
Bei der "5" (8. Ziffer) ist der horizontale Oberstrich kürzer, die obere linke Ecke ist weniger eckig ausgeprägt und sie erscheint bauchiger und der untere Bogen ist dünner.
Und die "4" an der letzten Stelle sieht völlig anders aus als die "4" an der 6.Stelle.

Ich denke, daß die letzten drei Ziffern mit einem anderem Satz Schlagzahlen angebracht wurden.


Aber warum?


Grüsse.

Re: Antike Nähmaschine - "Hot oder Schrott"

Verfasst: Mo 13. Jul 2026, 21:23
von rubberduck
ravemachine hat geschrieben: Do 9. Jul 2026, 17:17 Das Gefühl, welches man bekommt, wenn dieser Rostklumpen wieder näht, ist unbeschreiblich.

Diese Belohnung ist jede Mühe wert.

Bleibe drann. par24

Hallo Paul,


ich fand´s heute schon toll, daß sie sich wieder dreht, die Nadelstange hoch und runter geht und das Alles auch recht leichtgängig.

Letzte Woche hab ich mir selber "Knüppel zwischen die Beine geworfen" und Dank euch bin ich wieder aufgestanden! biggrin biggrin biggrin


Grüsse.

Re: Antike Nähmaschine - "Hot oder Schrott"

Verfasst: Mo 13. Jul 2026, 22:03
von inch
Mich freut es auch, das du wieder motiviert bist weiterzumachen an der kleinen Nähmaschine.
Technisch ist dir wieder sehr viel gelungen, auch der Knauf passt gut zu der alten Maschine.
Etwas schade finde ich die Pass-Scheiben auf den Wellen, gäbe es da nicht eine bessere Lösung, gegebenenfalls auch das Einkürzen?

Re: Antike Nähmaschine - "Hot oder Schrott"

Verfasst: Mo 13. Jul 2026, 22:32
von Jonas2404
Toll, das es bei dir heute so gut lief. Bleib weiter dran, dein Bericht ist spannend.

Bei den Seriennummern habe ich beim ersten Blick auf dein Foto auf ein unterschiedliches Ansetzen der Schlagzahlen getippt. die ersten 4 Abstände von links sind fast gleich und dann wird es "wackelig".

Die KI hatte unter anderem noch eine nachträgliche Korrektur wegen Fehler in der Nummer im Angebot.

Hier habe ich meinen Suchlink mit den weiteren "Ideen" der KI eingestellt.

Re: Antike Nähmaschine - "Hot oder Schrott"

Verfasst: Mo 13. Jul 2026, 23:10
von rubberduck
Hallo inch,



natürlich ist es kein Problem, die Bohrungen für den Keilsplint auf dem selbstgefertigten Kurvenrad so zu tätigen, daß antriebsseitig keine "Scheiben" verwendet werden müssen, aber dafür die Welle "nähkopfseitig" gekürzt werden muß.
Wenn ich will oder wollte, kann ich oder hätte ich alles so gemacht oder würde es machen, daß niemand auf die Idee kommt, daß die "Innereien" nicht vielleicht original sind!

Ich habe aber Anderes beschlossen: Die für die Wiederinbetriebnahme getätigten Reparaturen und insbesondere abweichend des Original genutzten Teile dürfen nicht nur sichtbar sein - sie sollen es auch!

Oberste Prämisse für mich ist es, alles möglichst so zu erhalten und zu nutzen, wie es original ist.

Die obere Welle zu kürzen, damit der nicht mehr originale Nadelstangenantrieb nicht gleich "in´s Auge sticht" ist irgendwie sinnfrei.


Ich kann die Nähmaschine jederzeit wieder so zusammenbauen, daß sie musealen Charakter hat, nicht näht und ihr Wert "auf der Waage" ermittelt wird.


Alle getätigten Reparaturmaßnahmen, Verwendung gebrauchter Teile / Neuteile, Änderungen werden nicht verborgen - eher hervorgehoben!


Dies mache ich / werde es weiter machen, um wirklich zu zeigen, mit wieviel "Originaleisen" sie dann vielleicht irgendwann mal wieder ihren ersten Stich macht.



Grüsse

Re: Antike Nähmaschine - "Hot oder Schrott"

Verfasst: Di 14. Jul 2026, 06:29
von emmi
Hallo, rubberduck, und alle Mitleser, das Thema habe ich eben mehrmals durchgelesen. Aus Neugier habe ich Google Lens auf die Plakette angesetzt. Das Ergebnis seht Ihr im Bild. Vielleicht weiß jemand mehr...
xxx114
emmi

Re: Antike Nähmaschine - "Hot oder Schrott"

Verfasst: Di 14. Jul 2026, 11:41
von inch
Hallo emmi, einiges dazu haben wir hier schon geschrieben.
Zu den von rubberduck angesprochenen unterschiedlichen Schlagzahlen stellt sich die Frage, wurden die Schlagzahlen einzeln gesteckt,oder war es eine halbautomatische Maschine, bei der die einzelnen Stempel fortlaufend betätigt wurden?
Wegen der eher relativ kleinen produzierten Stückzahlen vermute ich eher manuell oder "halbautomatisch".
Ich kann mir vorstellen, das die Stempel solange in Gebrauch waren, wie sie noch eine Zahl lesbar erzeugen konnten und dann erst ausgetauscht wurden.
Das wäre eine Erklärung für die verschiedenen Präge-Bilder.
Eine interessante Quelle könnten auch damalige Vorgaben der Steuerbehörden sein, gefunden habe ich dazu bisher nichts.
Die besondere Sichtbarkeit der beigelegten Pass-Scheiben macht anhand des Instandsetzungs-Zieles natürlich Sinn.

Re: Antike Nähmaschine - "Hot oder Schrott"

Verfasst: Di 14. Jul 2026, 16:26
von emmi
Bestätigt sich ja alles gegenseitig, das freut mich.
smile
emmi

Re: Antike Nähmaschine - "Hot oder Schrott"

Verfasst: Mi 15. Jul 2026, 18:33
von rubberduck
Hallo,



habe mich der Nadelstange weiter gewidmet, wobei die meiste Zeit mit "Schleifen und anpassen" gefüllt war. Bis sie leichtgängig aber spielfrei sich bewegen ließ. Danach habe ich sie gekürzt und die Rille für die Nadel eingefräst (von Hand mit einem Dremel).
IMG_2380.JPG
IMG_2381.JPG
Nach etwas Nacharbeit der Rille ist die Nadelposition mittig im Fuß.


Auch scheint mir nicht nur das Kürzen der Welle geglückt zu sein, sondern auch die Position des Kurbelzapfens auf dem Kurvenrad (14mm vom Mittelpunkt), was 28mm Hub bedeutet und nicht hätte wesentlich größer sein dürfen. Der Kurbelzapfen könnte noch um ca. einen Millimeter nach außen versetzt werden, was dann einen Hub von 30mm bedeutet.
IMG_2387.JPG
IMG_2388.JPG

Da ich eh für die Längenbestimmung der Nadelstange die Hubstange verbauen mußte, habe ich gleich den ganzen Nähkopf komplettiert.

Es bewegt und dreht sich alles - also quasi bereit für´ne Nähprobe wink

https://youtube.com/shorts/iTyOa3BfuXU


Naja, paarmal werde ich den Nähkopf bestimmt noch zerlegen und sei´s nur um das axiale Spiel zu korrigieren, was sich jetzt schon wieder ein wenig gesetzt hat.


Jetzt geht´s an den Unterbau und mal schauen, was für Überraschungen und Herausforderungen dieser noch bereit hält. biggrin



Grüsse