es galt jetzt Grundlegendes zu klären: Soll sie nur ein Dekostück mit eventuell musealem Charakter sein oder soll sie wieder Nähen!?
Und soll sie Nähen, mit welchen Zugeständnissen bezüglich des Originals oder überhaupt Zugeständnisse!?
Ich bin für mich zu der Ansicht gekommen, daß alles. was man spurenlos zurückrüsten kann, kein Problem darstellt, aber alle nicht verbauten Teile aufzuheben sind. Weiterhin habe ich für mich beschlossen, sollte die erfolgreiche Instandsetzung eines Bauteil/einer Baugruppe nicht sehr hoch sein oder die Gefahr dessen Zerstörung oder dessen originalen Zustand bestehen, so darf nicht nur sondern soll ein Nachbau, Eigenbau oder die Änderung eines fast passendes Teils geschehen, sofern dieses nicht gleichen Regeln unterliegt.
Unter diesen Gesichtspunkten habe die mir die zu fertigende Kurvenscheibe mitsamt der Nadelstange näher beäugt. Naja, bei der Nadelstange ist ein Stift abgebrochen - diesen ohne weitere Beschädigung der Nadelstange und ohne der Tätigung einer kleinen Bohrung auf gegenüberliegender Seite herauszubekommen, ist mit "handgeführtem" Werkzeug reine Glückssache.
Desweiteren ist die obere Stellschraube immer noch bombenfest, trotz allem Zanften der Rostlösung und viel Geduld (tagelanges Einlegen in Petroleum, leichtes Erwärmen, mit Rostlöser Einsprühen und Co). Ich müßte die Entscheidung treffen zwischen garantiert nicht mehr zanfter Gewalt oder diesen Bereich sehr stark erwärmen - eventeull rotglühend.
Das nennt man "die Wahl zwischen Pest und Cholera"! Und keiner weiß, welche der Vorgehensweisen und überhaupt Eine erfolgreich sein wird und ob bei Erfolg der Gängigkeit (bei "rotglühend) dann die Nadelstange "krumm" ist und damit nicht mehr verwendet werden kann.
Ich habe mich dazu entschlossen, die originale Nadelstange so zu belassen, wie sie ist und nicht zu verwenden!
Aus meiner "Schlacht Langschiffnähmaschine" - demnächst mit SLN bezeichnet - habe ich die Nadelstange genommen und festgestellt, daß sie "halbwegs" paßt. Natürlich zu lang und klemmt in der Führung, wo noch Nacharbeit besteht. Aber besser zu groß als "klappern"
Auch ist die Kurvenscheibe ganz anders geformt und ein wenig zu groß.
Dann hieß es zu Überlegen, ob diese Kurvenscheibe überhaupt verwendet werden kann?
Die SLN hat einen Nadelhub - gemessen an dessem Kurbelrad - von 30mm (Mittelpunkt Kurbelzapfen zur Drehmitte mal zwei). "Meine" hat 27mm. Also kann die Kurvenscheibe in der Breite um jeweils 1,5mm schmäler geschliffen werden ohne das zu befürchten ist, das der Kurbelzapfen "Meiner" "in´s Leere greift". Damit paßt die Kurvenscheibe von der Breite in´s Gehäuse.
Natürlich stellt sich die Frage, ob dann noch eine Nähmaschine funktioniert: Ich habe keine Ahnung, werde es hoffentlich mit dem Ergebnis "Ja, kein Problem" herausfinden.
Da diese Kurvenscheibe "dicker" baut als das originale "Drahtgestell", muß das Kurvenrad weiter nach innen!!!!
Da ich das originale so belasse, wie es ist, habe ich einen "Prototypen-Rohling" gedreht, um überhaupt beurteilen zu können, ob genügend Platz vorhanden sein könnte. Den Bund habe ich ein wenig verkürzt und die Scheibe ein wenig dünner gedreht. Es paßt - den "Rohling" kann ich als Kurvenscheibe fertigstellen.
Beim "Prototypen-Rohling" - im letzten Bild zu sehen - beließ ich einen Zapfen zum einfachen Einspannen, um den Rohling der Form des Gehäuses anzupassen, was ich aber garnicht gebraucht habe.
Jetzt denkt man, "der Drop ist gelutscht" - NÖ
Die Kurvenscheibe ist leider an den äußeren Enden zu dick und liegt auf dem Gehäuse der Nähmaschine auf, so daß die Nadelstange schon im Ansatz kein Chance hat, sich hoch und runter zu bewegen. Sch... !!!!
Ich habe dann die Kurvenscheibe bezüglich diesem Dilema bearbeitet.
Und es funktioniert:
Des Weiteren später.
Grüsse