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Re: Strobel Klasse 144, Blindstichmaschine aus den 30ern

Verfasst: Mo 9. Mär 2026, 00:29
von Kerstin
Hallo!
Darf ich mich mal einklinken? Vorab muss ich leider gestehen, ich habe noch nie an einer Maschine geschraubt, mich fasziniert lediglich die ausgeklügelte Mechanik und so schaue ich meinem Schrauber im Haus lieber über die Schulter…
Jedenfalls finde ich die Strobel ziemlich spannend. Das, was in der Teileliste Nadelhebel genannt wird sieht für mich aus wie der rechte Arm eines Affen, der mit seinem linken Greiferarm irgendwas von der einen Seite zur anderen schaufelt…
Aber im Ernst: die Strobel wurde (oder wird vielleicht auch noch irgendwo) verwendet um unser männliches Geschlecht in Anzügen stattlicher aussehen zu lassen.
Also wurde Pferdehaar oder sogenanntes Plack entlang der Revers, der Brust, Schultern und/oder oberem Rücken aufpikiert.
Vielleicht fehlt deiner Probe entsprechende Lage an Polsterung. Vielleicht ist Dein einer Stoff zu dünn? Ich meine den, der pikiert wird. Hast Du schon mal eine Probe mit Vlies oder Ähnlichem gemacht?
Ob das Dein Problem der Wellenbildung behebt…. keine Ahnung!
Aber, es ist und bleibt spannend! Vielen Dank für Deinen Beitrag bisher und bitte bleib dran!

Re: Strobel Klasse 144, Blindstichmaschine aus den 30ern

Verfasst: Mo 9. Mär 2026, 04:42
von sct_0
inch hat geschrieben: So 8. Mär 2026, 22:47
inch hat geschrieben: So 8. Mär 2026, 20:56 Eine andere Idee: Vielleicht fehlt einfach nur der Plack oder etwas anderes als Ersatz für das Füllmaterial.
Ich könnte mir vorstellen, das durch das Füllmaterial die "Furchen" im Stoff nach oben gezogen werden könnten durch die leichte Gegenspannung.
Ich zitiere mich mal selbst smile , vielleicht ist das des Rätsels Lösung?
Vielleicht hilft dir die Anleitung für den Rollpikierer von Pfaff etwas weiter?
Oh, den Teil hatte ich überlesen. Das kann durchaus sein.
Danke für die andere Anleitung, ich schau' da mal rein.
Kerstin hat geschrieben: Mo 9. Mär 2026, 00:29 Hallo!
Darf ich mich mal einklinken? Vorab muss ich leider gestehen, ich habe noch nie an einer Maschine geschraubt, mich fasziniert lediglich die ausgeklügelte Mechanik und so schaue ich meinem Schrauber im Haus lieber über die Schulter…
Jedenfalls finde ich die Strobel ziemlich spannend. Das, was in der Teileliste Nadelhebel genannt wird sieht für mich aus wie der rechte Arm eines Affen, der mit seinem linken Greiferarm irgendwas von der einen Seite zur anderen schaufelt…
Aber im Ernst: die Strobel wurde (oder wird vielleicht auch noch irgendwo) verwendet um unser männliches Geschlecht in Anzügen stattlicher aussehen zu lassen.
Also wurde Pferdehaar oder sogenanntes Plack entlang der Revers, der Brust, Schultern und/oder oberem Rücken aufpikiert.
Vielleicht fehlt deiner Probe entsprechende Lage an Polsterung. Vielleicht ist Dein einer Stoff zu dünn? Ich meine den, der pikiert wird. Hast Du schon mal eine Probe mit Vlies oder Ähnlichem gemacht?
Ob das Dein Problem der Wellenbildung behebt…. keine Ahnung!
Aber, es ist und bleibt spannend! Vielen Dank für Deinen Beitrag bisher und bitte bleib dran!
Ich bin bei der Strobel auch nur so "mutig" weil ich zwei davon habe, ich bin auch schon zur anderen in den Keller gewandert um nochmal zu prüfen wie das ein oder andere da aussieht.
Davor hatte ich bislang nur eine Singer 28 gewartet.

Dass Pferdehaar fehlt war genau mein Gedanke als ich meinte, dass vielleicht die Weichheit aller Stofflagen das Problem ist. Pferdehaar ist ja sehr steif, vielleicht rückt sich da die andere Stofflage freiwilliger zurecht.
Leider hält sich meine Stoffauswahl in Grenzen, mit Pferdehaar experimentieren will ich aber erst wenn das Problem behoben ist, oder wenn ich mir sicher sein kann, dass es sich anders nicht beheben lässt.
Auch wenn sich die Nähte sehr leicht lösen lassen, ist der Stoff irgendwann einfach durchgenudelt.

Re: Strobel Klasse 144, Blindstichmaschine aus den 30ern

Verfasst: Mo 9. Mär 2026, 09:39
von sct_0
Hiermit sollte der Fluch der unauffindbaren Strobel Anleitungen nun endlich verflogen sein! par6
...bis auf die Kürschner Anleitung 52. tongue

Die Seiten für beide PDFs kamen bei mir jeweils als Doppelseiten Handy-Fotos an, ich habe die Seiten dann "digital getrennt" und in einer Scan-App möglichst sauber zugeschnitten und jeweils zu einem Dokument zusammengefasst.
Als ich mir die PDF-Datei für Nr. 50 erstellt habe, habe ich die Deck- und Rückseiten vertauscht. In der App kann ich die Datei nicht mehr nachbearbeiten, und das im Nachhinein mit GIMP zu korrigieren wäre relativ nervig weil das Programm die Seiten alle gleich zuschneidet, was bei den eigendlich sehr ungleichen Seitenverhältnissen der PDF recht unvorteilhaft wäre. Deshalb habe ich es jetzt so gelassen.

Wenn mich in der Zwischenzeit keiner abmahnt, erstelle ich eine aufbereitete Version der PDFs wenn ich meine Klausuren durch habe, mit eigenen Hinweisen im Anhang. Ich hätte nämlich gerne selbst eine historisch möglichst akkurat nachgedruckte Version, und wie gesagt gibt es ein paar Stellen, an denen die Anleitung mMn etwas zu kurz kommt. Früher hätte man da wahrscheinlich einen Techniker herangezogen.

An dieser Stelle möchte ich noch erwähnen, dass ich bei meiner ersten verzweifelten Suche nach den Anleitungen über eine Seite gestolpert bin, auf der man (anders als bei Google Patents) tatsächlich Scans einiger Strobel-Patente sehen kann:

https://worldwide.espacenet.com/patent/ ... L%20ALFONS

Gute Suchbegriffe sind "Alfons Strobel", "Oskar Strobel" und "Strobel Soehne". Wenn man nach "blind stitch" sucht bekommt man auch einiges, "Strobel" alleine schwemmt auch viel irrelaventes in die Ergebnisse.
Die Dokumente sind bestimmt interessant für Leute, die so eine Maschine noch weiter auseinander nehmen wollen als ich, zu den Innereien der Maschine steht in den Anleitungen nämlich nichts.
Ganz im Gegenteil wird geraten
Schraube nicht an Schrauben herum, die Dich nichts angehen!!
Diesen Hinweis habe ich geflissentlich ignoriert. biggrin

Interessant finde ich an den Druckschriften, vorallem an der Nr. 51 noch, wie hart Strobel dort für sich selbst wirbt. Die wundertolle, höchstexklusive Einzigartigkeit der Strobelpikiermaschine wird auf so ziemlich jeder zweiten Seite beworben. Was mich wundert weil der Nutzer der das liest die Maschine ja bereits besitzen sollte. Das Produkt einfach für sich sprechen zu lassen war zumindest bei Strobel definitiv nicht die Devise.
Ich rolle heutzutage schon mit den Augen wenn ich auf irgendwelchen Packungsrückseiten Rezepte lese die die markeneigenen Produkte hervorheben, damals war dieses ganze Werbegelaber noch viel schlimmer

Re: Strobel Klasse 144, Blindstichmaschine aus den 30ern

Verfasst: Di 10. Mär 2026, 10:12
von inch
Soviel Lesestoff auf einmal... heart
Ich finde es bemerkenswert und bin begeistert, wie du an dem Thema dranbleibst.
Für mich heißt es jetzt erst einmal, mich mit den eigentlichen Arbeitsschritten des Pikierens an der Maschine auseinanderzusetzen, vielleicht kommen wir hier gemeinsam auch "anwendungstechnisch" weiter.