Nähmaschinen sind ja nur ein Steckenpferd, ein anderes ist alte Landtechnik. Ein Traktor von '57 hat den Anfang gemacht, dann kam ein Mähwerk, Anhänger, Seilwinde,...
Zur Zeit setze ich so Stück für Stück die Seilwinde instand, das ist aber gerade nicht sonderlich span(n)end, auch wenn ich eine Seilrolle selber neu gedreht habe. Der Traktor und der Anhänger könnten zusammen fast ein Buch füllen, so viel könnte ich da jetzt zu erzählen.
Spannend war seinerzeit aber auch das Mähwerk, das einen Keilriemen braucht, den es nicht mehr gibt! In der benötigten Breite gibt es schlicht keinen so kurzen und gleichzeitig flachen Keilriemen (mehr).
Es gibt zwar noch einige dieser Mähwerke, aber selbst eine Sammelbestellung würde den Preis pro sonderangefertigten Riemen kaum unter 600€ drücken. Das gibt niemand für einen Keilriemen für einen alten Mähbalken aus!
Also was tun, wenn der alte Riemen zerbröselt ist?
Umbauen!
Aber worauf?
Die Optik soll ja erhalten bleiben, die Kraftübertragung ausreichend gewährleistet werden und der Riemen soll auch noch als Überlastsicherung fungieren. Dazu soll der Riemen leicht beschaffbar und günstig sein.
Die Antwort: ein Keilrippenriemen. Die Ringe wollte ich eigentlich fertigen lassen, da sowas aber schwieriger und teurer war als befürchtet, habe ich das selber in die Hand genommen.
Erstmal die Messmittel um eine noch größere Bügelmessschraube und Verlängerungen für das Innenfeinmessgerät erweitert:
IMG_20230908_122543.jpg
Dann die Ringe gefertigt, innen eine zylindrische Passung, außen das nötige Rippenriemenprofil:
IMG_20230907_130048.jpg
Dann mussten die originalen Riemenscheiben abgedreht werden, damit sie den nötigen Durchmesser haben um per Schrumpfpassung die Ringe aufzunehmen.
Danach kam dann der richtig schwierige Teil, die Riemenscheiben sind nun ohne die Flanken schmaler als die Ringe, da sie aber Gussteile sind lässt sich an den Außenseiten schwer etwas messen. die Riemenflucht muss aber am Ende passen, also musste ich gut tricksen dass die Ringe am Schluss richtig sitzen. die Riemenscheiben habe ich also entsprechend auf einem geraden Metalltisch ausgerichtet, auf dem Tisch Anschläge für die Ringe positioniert, die Ringe auf die nötige Temperatur gebracht und dann über die Riemenscheiben gebracht und quasi drüber gestreift, bis sie auf den Anschlägen sauber auflagen. dann hat man noch so 5-10 Sekunden Zeit etwas zu korrigieren, dann ist die Wärme soweit raus, dass die Ringe sich fest setzen - mehr oder weniger für immer!
Als Lohn ist der Umbau kaum zu erkennen und funktioniert:
IMG_20230913_190430.jpg
Die Riemenabdeckung musste nicht nachgearbeitet werden und der Riemen ist im Landmaschinen-, Lkw- und Pkw-Teilehandel für ca 20€ per Nachtversand am Folgetag zu bekommen und das vorraussichtlich noch sehr lange.
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